Freitag, 29. Januar 2010

Neuer Hubschraubersimulator für das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“

Bei strahlendem Sonnenschein wurde am 26.Januar der neue Cockpit Procedure Trainer (CPT) für den Bordhubschrauber MK88 A SEA LYNX feierlich im Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ durch die Herstellerfirma übergeben.

Quantensprung der Ausbildung
Zur Einweihung des neuen Cockpit Procedure Trainers (CPT) fanden sich neben dem Kommodore, Fregattenkapitän Christoph Beer, auch die Kommandeure und Vertreter vieler Bereiche des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“ im Gebäude der Ausbildungseinheit ein. Selbstverständlich durften bei dieser offiziellen Übergabe auch die Entwickler und Ingenieureder Firma ESG - Elektroniksystem- und Logistik-GmbH- aus Fürstenfeldbruck und Vertreter des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) nicht fehlen.

„Ein Quantensprung für die Ausbildung im Bereich des SEA LYNX MK88A.“, so umschreibt Fregattenkapitän Oliver Ottmüller, stellvertretender Kommandeur der Fliegenden Gruppe, das neueste Trainingsgerät für die Besatzung des Marinebordhubschraubers.

Cockpit mit Touch-Screen-Bildschirmen „Eine Stunde im Trainer bringt den angehenden Piloten deutlich mehr, als die gleiche Zeit im Hörsaal zu lernen“, so beschreibt der Offizier die Vorzüge des interaktiven Trainingsgeräts.

Der CPT ist Teil der Ausbildung zum SEA LYNX Piloten bei der Marine.
Er dient in erster Linie dem Erlernen des Umgangs mit den verschiedenen Systemen und Bedienelementen des Hubschraubers in unterschiedlichen Situationen und nicht dem eigentlichen Fliegen des Hubschraubers. So ist hier ein Cockpit nachgebaut, und alle Instrumente werden auf modernsten Touch-Screen- Bildschirmen angezeigt.

Simulator für Bordelektronik
Die Software erkennt selbstständig Fehler und der Fluglehrer kann den angehenden Piloten realistische Gefahrensituationen einspielen um die Reaktionen und Reflexe zu trainieren.
Auch die Bordtechniker können an diesem Simulator üben, denn er ist in der Lage, über die Bildschirme alle Verläufe der Bordelektronik darzustellen.

Dieser Trainer ist sogar dem Originalhubschrauber voraus.

So soll der Bordhubschrauber ab 2010 mit neuen Avionikinstrumenten, wie zum Beispiel einem digitalen Funkgerät ausgestattet werden. Im Simulator lernen die Piloten nun vorab schon den Umgang mit den neuen Instrumenten.

Ein Vorzeigeprojekt
Der Vertreter der ESG, Christoph Weber, ist stolz darauf, dass seine Firma das erste System für die Marineflieger entworfen hat. „Das ganze Projekt ist im engen Dialog zwischen Auftraggeber und unserer Firma entwickelt worden“ und der Vertreter des BWB, Roland Müller, betont, dass die Zusammenarbeit ein eindeutiges Vorzeigeprojekt gewesen ist. Und so ist es auch verständlich, dass bei der offiziellen Plaketten- und Schlüsselübergabe, alle zufrieden sind.

Auch Kommodore Christoph Beer ist zufrieden mit dem neuen Ausbildungsgerät: „ Ich freue mich, dass durch den CPT ein flexibel nutzbares Ausbildungsmittel für die Hubschrauberpiloten vorhanden ist, das auch für die Ausbildung der Hubschraubertechniker nutzbar ist.“

Quelle: PIZ Marine, www.marine.de, Jan Frederik Holst

Gute Musik für einen guten Zweck

Big Band der Bundeswehr gibt Benefizkonzert zu Gunsten der Jenny-Böken-Stiftung

Berlin - Reinhold Robbe, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages und Schirmherr der neu gegründeten Jenny-Böken-Stiftung, lädt zu einem Benefizkonzert der Big Band der Bundeswehr ein. Das Konzert findet am Mittwoch, den 21. April 2010 um 20 Uhr im Großen Sendesaal des RBB statt. Durch den Abend führt der Sat.1 Moderator Ulrich Meyer.

Der Erlös des Konzertes geht an die Jenny-Böken-Stiftung, die verunglückten Soldatinnen und Soldaten und in Not geratenen Familien von getöteten Soldatinnen und Soldaten unbürokratische und schnelle Hilfe bietet und so die Betreuungsangebote der Militärseelsorge und des Psychologischen Dienstes der Bundeswehr ergänzt.

Die Jenny-Böken-Stiftung
Die achtzehnjährige Jenny Böken war Sanitätsoffizieranwärterin auf dem Segelschulschiff der Deutschen Marine „Gorch-Fock“. Sie ging am 3. September 2008 während einer Nachtfahrt über Bord und wurde nach elftägiger Suche tot aus der Nordsee geborgen.

Jennys Mutter, Marlis Böken, gründete Ende 2009 mit prominenter Unterstützung aus dem Deutschen Bundestag, der Bundeswehr sowie der Deutschen Marine die Jenny-Böken-Stiftung und übernahm den Vorsitz.

Die Big Band der Bundeswehr
Reinhold Robbe freut sich, „dass die Big Band der Bundeswehr nach Berlin kommt und die Jenny-Böken-Stiftung unterstützt“. Das 40 Mann starke Orchester mit seinem Repertoire aus Swing, Latin, Rock und Pop ist eine der vielseitigsten musikalischen Formationen ihrer Art in Europa. Egal, ob Swing à la Benny Goodman und Glenn Miller oder Chart-Hits von Robbie Williams und Shakira: die Musiker in Uniform spielen fast alles „außer Marschmusik“ – und immer für einen guten Zweck. Seit ihrer Gründung hat die Big Band über sechzehn Millionen Euro für wohltätige Zwecke eingespielt.

Benefizkonzert der BigBand der Bundeswehr

Termin:
Freitag, 21. April 2010, 20 Uhr

Ort:
Großer Sendesaal des RBB
Haus des Rundfunks
Masurenallee 8 - 14
14057 Berlin

Karten
unter www.eventim.de
und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Mehr Informationen:
www.jenny-boeken-stiftung.de

Ein Dorf auf See, Teil 3

Eine Fregatte ist wie ein Dorf: Alles an Bord muss von der Besatzung bewältigt werden. Ist Proviant und Kraftstoff übernommen, heißt es: „Leinen Los!“, und dann ist die Mannschaft erst einmal auf sich selbst gestellt.

Mit einem Schiff zur See fahren, heißt nicht nur dem Wetter und dem Meer zu trotzen. Ein Schiff muss gepflegt werden, um einsatzbereit zu sein. Es braucht Kraftstoff, um fahren zu können. Für diese und andere umfangreiche, fordernde Aufgaben sind die „Elfer“ an Bord zuständig – hat sie begleitet. hat sie begleitet.

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Benefizkonzert an der Marineschule Mürwik

Das Kammermusikensemble des Marinemusikkorps Ostsee aus Kiel gab am Dienstag, dem 26. Januar, in der Aula der Marineschule Mürwik ein Benefizkonzert. Unter der Leitung von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky spielten die Musiker Werke klassischer und zeitgenössischer Komponisten.

Unter der Schirmherrschaft der Stadt Flensburg ließen sich rund 300 Zuhörer von den Marinemusikern verzaubern. Neben klassischen Werken von Chopin und Mozart wurde unter anderem auch auch zeitgenössische Musik von Nyman und Gershwin geboten.

Unglaublicher Einsatz
Die Kammermusiker begeisterten knapp über zwei Stunden mit einem unglaublichen Engagement. So wurden die Zuhörer durch frische Darstellungen von den Darbietungen in den Bann gezogen. Besondere Aufführungen von Solisten brachten die Besucher immer wieder zum Lachen und lösten spontanen Beifall aus.

Für einen guten Zweck
Am Ende des Benefizkonzertes übergab der Kommandeur der Marineschule Mürwik, Flottillenadmiral Jürgen Mannhardt, einen Scheck mit der Rekordsumme über 2.400 Euro an den Stadtpräsidenten der Stadt Flensburg, Dr. Christian Dewanger. Der Erlös aus den Einnahmen kommt wie in den vergangenen Jahren dem Spendenparlament Flensburg und Umgebung e.V. zugute.

Quelle: PIZ Marine, www.marine.de

DGzRS hilft Wasserschutzpolizei

Mit Maschinenproblemen hat die Besatzung des Wasserschutzpolizeibootes „Sylt“ am Sonntagnachmittag (24. Januar 2010) die Seenotretter der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) um Unterstützung gebeten.

Die sechsköpfige Mannschaft meldete sich beim Seenotkreuzer VORMANN LEISS/Station Amrum. Das Polizeiboot lag zwischen den Fahrwassertonnen 23 und 25 manövrierunfähig in der Norderaue, dem Fahrwasser zwischen der Insel Föhr im Norden und der Hallig Langeneß im Süden, vor Anker.

Die Seenotretter nahmen unter der Leitung ihres Vormanns Jens Petersen von Wittdün aus Kurs auf den Havaristen. Treibendes Eis in der Norderaue bereitete ihnen dabei keinerlei Probleme, der Seenotkreuzer konnte ungehindert manövrieren. Mit der Wurfleine übernahmen die Wasserschutzpolizisten die schwere Schleppleine. Die Seenotretter schleppten das Streifenboot anschließend in den etwa fünf Seemeilen entfernten Hafen von Wyk auf Föhr.


Quelle: www.seefahrt-aktuell.de

Wie Bayern die Seefahrt für sich entdecken

EMS-PASSAGE - „Aidablu“ nach Emden überführt – Zahlreiche Schaulustige lassen sich Schiffs-Spektakel nicht entgehen.

Am 9. Februar wird das neueste Meyer-Schiff in Hamburg getauft. Danach startet es zur Jungefernfahrt nach Mallorca.

PAPENBURG - Mit dicker Wollmütze und Schal gegen die Kälte bewaffnet stehen Rita und Manfred Weiser auf dem schneebedeckten Deich direkt hinter der Meyer Werft in Papenburg. Gespannt blicken sie auf das riesige Kreuzfahrtschiff im Wasserbecken vor ihnen. Und tatsächlich: Langsam – wie in Zeitlupe – schiebt sich rund eine halbe Stunde früher als geplant die von zwei Schleppern begleitete, 252 Meter lange „Aidablu“ durch die Ems und vorbei an dem von Schaulustigen gesäumten Deich. Das neue Kreuzfahrtschiff der Rostocker Reederei „Aida Cruises“ macht sich nach zwölf Monaten Bauzeit auf den Weg von der Meyer Werft von Papenburg nach Emden, wo es kurz nach Mitternacht festmachen sollte.

„Eigentlich wollten wir zum Skifahren in die Berge“, erzählt das aus Bayern stammende Ehepaar Weiser. „Als wir dann aber von der Emsüberführung hier hörten, warfen wir unsere Pläne über den Haufen und kamen hierher.“ Bereuen tun sie die weite Anreise nicht, denn „es ist so imponierend. Das muss man mal live erlebt haben“, resümieren die beiden.

Trotz Temperaturen rund um den Gefrierpunkt haben sich einige hundert Schaulustige allein auf den Deichen bei Papenburg versammelt, um das in diesem Jahr erste fertige Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft zu sehen.

Bei einer Schiffsbreite von 32,3 Metern und einer Durchlassbreite der Brücken von 45 Metern ist es ein anspruchsvolles Manöver, das Schiff durch die engen Stellen zu fahren. Immerhin verbleiben dabei nur sechs Meter auf beiden Seiten.

Rund 40 Kilometer muss das Schiff auf seiner ersten Reise zurücklegen, bevor es in Emden mit weiteren Möbeln, Proviant und Hotelausstattung bestückt wird. Nach einer Probefahrt auf der Nordsee und der Überlieferung an die Reederei wird das Schiff am 9. Februar im Hamburger Hafen seinen Namen erhalten. Erst danach wird sich das Schiff, das Platz für mehr als 2000 Passagiere bietet, auf seine Jungfernfahrt nach Palma de Mallorca machen.

Quelle: www.webnews.de, Foto: dpa, VON YASMIN SCHULTENG / EMDEN

Feuer im Schiff, Feuer im Schiff...

Einsatzübung der Stützpunktfeuerwehr Wilhelmshaven auf der Fregatte HESSEN.



Wilhelmshaven - Wenn an Bord im Hafen Feueralarm ausgelöst wird, bekämpfen die Stützpunktfeuerwehr und die Besatzung gemeinsam den Brand. Zum Jahresanfang fand in Wilhelmshaven eine Einsatzübung auf der Fregatte HESSEN statt.

Kurzschluss in einer Schalttafel im Hilfsmaschinenraum, offenes Feuer, starke Rauchentwicklung. Alarm im schiffstechnischen Leitstand. Von dort eine Sofortmeldung an den Wachstand. Überall an Bord ertönt ein Feueralarm aus der Schiffslautsprecheranlage, der Maat der Wache alarmiert die Stützpunktfeuerwehr.

Bei der Brandbekämpfung zählt jede Sekunde
Während die restliche Besatzung zur Vollzähligkeitsmusterung auf der Pier antritt und die Stützpunktfeuerwehr zum Schiff rast, arbeitet sich der Brandangriffstrupp der Fregatte HESSEN mit Feuerlöschern und Atemschutzgeräten zum Brandherd vor. Der Wachhabende Offizier weist an Oberdeck den eintreffenden Einsatzleiter der Stützpunktfeuerwehr in die Schadenslage ein und koordiniert mit ihm zusammen den weiteren Einsatz. Im Leitstand des Schiffes ergänzen sich der „Wachhabende der Schiffstechnik“ und der technische Einsatzleiter der Feuerwehr.

Ein aus Besatzungsmitgliedern und zivilen Feuerwehrleuten zusammengestellter gemeinsamer Brandabwehrtrupp rettet einen Verletzten, bekämpft und löscht die Flammen. Gleichzeitig werden Kühlmaßnahmen und die Rauchgasentsorgung eingeleitet.

Regelmäßige gemeinsame Übung von Bordkommando und Stützpunktfeuerwehr
An Bord wird von der Schiffsbesatzung täglich eine Feuerlöschübung durchgeführt. Mindestens einmal im Jahr gibt es eine gemeinsame „Hafenfeuerlöschrolle“ mit der Stützpunktfeuerwehr. „Niemand kennt das Innere eines Schiffes so gut wie seine Besatzung. Die Begehungen der Schiffe durch unsere Feuerwehrleute und die gemeinsamen Übungen mit den Soldaten an Bord sind unerlässlich für die Ausbildung der Stützpunktfeuerwehr“, resümiert Erich Zoellner, Leiter der Feuerwehr des Marinestützpunkts Wilhelmshaven.

Nach Beendigung der Einsatzübung trafen sich die Beteiligten zu einer Abschlussbesprechung, bei der die Erfahrungen aus der gemeinsam durchgeführten Feuerbekämpfung ausgetauscht wurden.


Quelle: PIZ Marine, marine.de, Henning Baumeister.
(Video von: www.feuerwehrmagazin.de, Dräger-Feuerwehrreporter )

Themenabend „Schwedische Marine“

Auch im neuen Jahr ist der Ratzeburger Marineverein bemüht, attraktive Bordabende im Bordlokal Quellenhof in Mölln für seine Mitglieder zu veranstalten.

So ging es im Januar um die Schwedische Marine, die von Neu-Mitglied Jan Forsberg vorgestellt wurde, einem Oberstleutnant der schwedischen Armee.

Er erläuterte in seinem Vortrag die verschiedenen Einheiten und Stützpunkte in ihrer nach Ende des Kalten Krieges deutlich reduzierten Struktur. Ferner konnten die Mitglieder die Paradeuniform eines Kapitäns der britischen Royal Navy aus der Zeit von ca. 1780 – 89 bewundern, die von Marinepfarrer a.D. Dr. Dr. Gottfried Mai D. D. getragen und kommentiert wurde.

Text: MV Ratzeburg

Mehr Informationen über Marinekameradschaften in Ihrer Nähe auf www.deutscher-marinebund.de

Marinekameradschaft Ebingen trauert um Hans Daiber

Albstadt-Ebingen - Die Marinekameradschaft Ebingen trauert um eines der rührig­sten Mitglieder, die sie in ihrer 85-jährigen Vereinsgeschichte hatte: Hans Daiber, der Ehrenvorsitzende, ist 84-jährig gestorben.

Hans Daiber war gebürtiger Ebinger, mithin Binnenländer, aber er hatte schon als junger Mann ein Faible für die Seefahrt, und so meldete er sich, als er im Zweiten Weltkrieg einberufen wurde, zur Marine und diente auf verschiedenen Schnellbooten in der Adria. Aus der Kriegsgefangenschaft in Italien heimgekehrt machte er eine Elek­trikerlehre, erwarb den Meisterbrief und arbeitete erst für die Firma Linder & Schmid in Ebingen und danach jahrzehntelang für Möbel Maute, später Leicht Küchenmöbel, in Frommern. 1953 heiratete er Ingrid Herter, 1955 wurde Tochter Sibylle geboren.

Ein Jahr zuvor war die Marinekameradschaft Ebingen wiederbegründet worden, die die französischen Besatzer nach dem Krieg aufgelöst hatten. Daiber gehörte bei dieser zweiten Gründung zu den Männern der ersten Stunde. Ein Jahr später organisierte er das erste Bordfest auf dem Waldheim – und danach bis 2003 alle weiteren. Im »alten« Shanty-Chor, den Ernst Graumann, Wahl-Ebinger norddeutscher Herkunft 1956 begründete, sang er bis 1973 mit, blieb aber auch dem neuen Chor eng verbunden – wenn es darum ging, Konzerte zu organisieren oder Bühnenbilder zu schaffen, konnten die Sänger immer auf Hans Daiber zählen.

Darüber hinaus diente er der Marinekameradschaft in offizieller Funktion. Zweimal, von 1980 bis 1988 und von 1993 bis 1995 war er Vereinsvorsitzender; 1989 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt; außerdem war er Träger der goldenen Ehrennadeln sowohl der Marinekameradschaft als auch des Deutschen Marinebundes, dem er 54 Jahre lang als Mitglied angehörte.

Quelle: www.schwarzwaelder-bote.de, von Martin Kistner

Kanalratten und Sternengucker

Andere Wege gehen, ein attraktives und vielfältiges Programm anbieten, das hat sich die Marinekameradschaft Forchheim mit ihrer Jugendgruppe auf die Fahnen geschrieben.

Experimentieren ist dabei ausdrücklich erwünscht. Die „Kanalratten“ sind das Ergebnis eines solchen Experimentes, eine musikalische Formation ausschließlich aus dem Kreise der Marinejugend.

In nur einmonatiger Arbeit waren die mutigen Jugendlichen bereit für ihren ersten großen Auftritt vor großem Publikum. Mit den Liedern „Sailing“ und „Knocking on Heavens Door“ begeisterten sie nicht nur die Marinefamilie mit ihren Gästen im Marineheim, sondern hatten auch ihren ersten Presseartikel mit Foto.

Apropos Experimentieren: Gleich im Januar wurde ein astronomisches Projekt unter dem Motto „Einmal Sternengucker sein“ aufgelegt. Dabei konnten wieder eine ganze Reihe von Jahresmitgliedern für die Jugendgruppe gewonnen werden. Die Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren waren total begeistert und auch deren Eltern waren überrascht über das vielfältige Angebot, das bei dieser Gelegenheit natürlich vorgestellt wurde. Und vielleicht bleiben ja wieder einige Kinder dauerhaft bei der Jugendgruppe hängen, wie schon im abgelaufenen Jahr.

Text und Foto: MJ Forchheim

Mittwoch, 27. Januar 2010

Meereswettbewerb „Forschen auf See“

Mit großem Erfolg findet seit 2005 der Meereswettbewerb „Forschen auf See“ statt. An Bord des bekannten Hamburger Medien- und Forschungsschiffes ALDEBARAN wird der naturwissenschaftliche Nachwuchs gefördert und die Jungforscher werden für das größte und wichtigste Ökosystem auf dem Planeten Erde begeistert - das Meer. Über verschiedene Medien kann die Öffentlichkeit den Wettbewerb miterleben.

Der Wettbewerb soll 2010 zum ersten Mal bundesweit statt finden. Schüler ab der 9. Klasse entwickeln eigene Forschungsideen zum Thema biologische Vielfalt und bewerben sich für die einwöchige, durch einen erfahrenen Wissenschaftler betreute Mitfahrt. Eine Jury beurteilt die Einsendungen und nominiert neun Teams, die an den Forschungsexpeditionen teilnehmen dürfen.

Der Wissenschaftler ist dem Schülerteam auch bei der Vor- und Nachbereitung ihrer Forschungsexpedition behilflich. Im Anschluss wählt die Jury aus den Abschlussarbeiten den jeweiligen Jahressieger.

Der Rückgang der Artenvielfalt - ein globales Problem
Die Projektvorschläge für 2010 stehen unter dem Thema „Internationales Jahr der Biodiversität“. Etwa 20-30% der heute bekannten Arten ist bei gleichbleibender Entwicklung von Klima- und Lebensraumveränderung vom Aussterben bedroht. Deshalb ist die Untersuchung und Erhaltung der Artenvielfalt im Meer eines der wichtigsten Ziele der nächsten Jahre.

Kommunikation als Schlüssel zur Motivation künftiger Generationen
Der hohe Multiplikationseffekt und die Vorbildfunktion des Wettbewerbes wird nach außen gegenüber Schulen und der Öffentlichkeit kommuniziert. Durch attraktive Fernsehbilder, Hörfunkreportagen und einen spannenden Internetauftritt mit Blog-Tagebuch der Teilnehmer erleben Millionen den Wettbewerb zu Hause.

Eine geplante wöchentliche Kurzdokumentation in einem öffentlichen oder privaten Sender soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und gerade der Jugend auf die für den Klimaschutz so wichtigen Meeresthemen lenken. Durch die mediale Ausstattung der ALDEBARAN sind lukrative live TV- und Radio-Übertragungen von Bord möglich.

Mehr Informationen
Ausführliche Informationen über den Wettbewerb auf:
www.meereswettbewerb.de


Quelle: ALDEBARAN Marine Research & Broadcast

EAV 2010 in Santa Cruz de Tenerife

Nach zehn Tagen auf See stand dem Einsatz- und Ausbildungsverband (EAV) 2010 am 20. Januar der ersehnte erste Auslandshafenaufenthalt auf der kanarischen Insel Teneriffa bevor.

Unmittelbar vor dem Einlaufen zog die wunderschöne Berglandschaft Teneriffas schon viele Besatzungsmitglieder auf das Oberdeck, bevor dann pünktlich um 9.00 Uhr der Befehl zur Passieraufstellung an Backbordseite über die Schiffslautsprecher erklang.

Die Fregatten BRANDENBURG und NIEDERSACHSEN sowie der Einsatzgruppenversorger FRANKFURT AM MAIN liefen nacheinander in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife ein. Kaum an der Pier angelegt, konzentrierten sich die Soldaten auf eine wichtige Aufgabe: Reinschiff. Nachdem in See bereits die Vorbereitungen für den Hafenaufenthalt abgeschlossen waren, konnte der letzte Feinschliff erst im Hafen gemacht werden. Die Einheiten des EAV sollten in einwandfreiem Zustand sein. Und was auf See noch nicht erledigt werden konnte, wurde nun im Hafen nachgeholt. Anschließend sammelten sich alle Besatzungsmitglieder zur Einlaufmusterung auf dem Flugdeck.

Nach ein paar letzten Worten des Ersten Offiziers zum Aufenthalt auf der Insel war dann Dienstausscheiden. Viele Besatzungsmitglieder nutzten die Gelegenheit zum Landgang und setzten ihre Füße wieder auf festen Untergrund.

Botschafter in blau
Während der Commander Task Group (CTG), Fregattenkapitän Marco von Kölln, Höflichkeitsbesuche absolvierte und die Besuchten anschließend zum traditionellen Spitzenessen an Bord seines Flaggschiffes einlud, wurde der Landgang ausgiebig genutzt, um Land und Leute kennenzulernen. So wurden beispielsweise Bergtouren zum Pico del Teide, dem mit über 3.700 Metern höchsten Berg Spaniens, Inselrundfahrten mit Besuch in einem der großen Naturparks oder eine Mountainbiketour durch das bergige Inselterrain angeboten. Zudem bot Teneriffa tolle Strände, um nach der fordernden Zeit auf See die Seele mal wieder für ein paar Stunden baumeln lassen zu können.

Die Einheimischen empfingen uns stets sehr zuvorkommend und höflich, während das Wetter hervorragend mitspielte, denn 25 Grad und Sonne im Januar setzten dem Ganzen noch das „i-Tüpfelchen“ auf und entschädigten für manch anstrengende Seetage und Gefechtsübungen. Am Abend bestand dann die Möglichkeit, es sich in einem der vielen Cafés, Bars und Restaurants in der Stadt gemütlich zu machen und die spanische Gastfreundlichkeit zu genießen.

Ausbilden, um eingesetzt zu werden
Am zweiten Hafentag nutzte der CTG die Gelegenheit, um im Rahmen einer Musterung erstmals zu allen Soldaten des Verbandes zu sprechen. Er erinnerte an den Sinn und Zweck dieser Reise. Im Wesentlichen gebe schon der Name EAV das Ziel dieser Fahrt vor: Einsatz und Ausbildung. Der Verband werde im Mai 2010 an der Operation ACTIVE ENDEAVOUR im Mittelmeer teilnehmen. Außerdem sei der EAV in der Lage, innerhalb von wenigen Tagen weltweit in einen Einsatz geschickt werden zu können. Dazu ist es wichtig, dass die Soldaten durch Übungen und Manöver ihre Fähigkeiten erhalten und weiter festigen.

Alles in allem können die Soldaten des EAV auf drei schöne Hafentage in Santa Cruz de Tenerife zurückblicken. Nachdem die Batterien nun wieder aufgeladen wurden, können sich die Besatzungen der BRANDENBURG, NIEDERSACHSEN und FRANKFURT AM MAIN auf die Ausbildungsvorhaben der kommenden zwei Wochen konzentrieren, die sie auf dem Transit über den Äquator weiter nach Walvis Bay in Namibia erwarten.

Quelle: PIZ Marine, www.marine.de, Tobias Marczewski & Christopher Marschall
Fotos: Ricarda Schönbrodt

„Falshöft“ barg Übungsgerät in Schleimünde

Polizeiboot brachte der Marine eine Mine zurück
Kiel – Die vermutlich vorerst letzte Streifenfahrt vor der großen Eiszeit endete für die „Falshöft“ mit einem Fang der besonderen Art. Als sich das Kieler Polizeiboot am Dienstagabend durch das Eis in den Tirpitzhafen zum Liegeplatz kämpfte, hatte sie am Heck eine Seemine an Bord.

Gefunden hatte das rund 200 Kilo schwere Ungetüm der Hafenmeister von Schleimünde. Die Mine lag auf der Steinmole der Leuchtturminsel an der Mündung der Schlei. Da die Fundstelle von Land aus nicht zu erreichen war, wurde das Polizeiboot „Falshöft“ gerufen. Das Kieler Streifenboot war gerade als letztes einsatzbereites Seeboot der Polizei auf Streifenfahrt in der westlichen Ostsee.

„Bei der Mine handelte es sich um eine Übungsmine des Typs DM10. Sie hat keinen Sprengstoff, sieht aber natürlich wie eine echte Mine aus“, sagte Kapitänleutnant Mario Finke, Kompaniechef der Minentaucher nach der Untersuchung. Die Beschriftung, die sie als Übungsmine kennzeichnen sollte, war beim Aufspülen auf die Steinmole bei Schleimünde abgescheuert worden. So sah das Übungsgerät aus wie eine Mine aus dem Zweiten Weltkrieg. Die in Eckernförde stationierten Minentaucher waren gerufen worden, weil sie Experten für derartige Seekriegsmittel sind.


Die Mine gehört vermutlich zu den Übungsobjekten, die von der Marine im Sperrgebiet vor der Schwansen-Küste bei Schönhagen verankert wurden. Dort trainieren Minenjäger und Minentaucher der Marine das Aufspüren von Seeminen. Eventuell wurde sie bereits während des Sturms „Daisy“ vor zwei Wochen von ihrem Minenstuhl abgerissen worden. Der Haltedraht war beim Auffinden an der Bruchstelle völlig ausgefranst.


"Aufgrund der Vereisung konnten wir die Mine mit unserem Schlauchboot dort nirgendwo an Land bringen. Deshalb haben wir die Mine mit unserem Kran an Bord genommen“, berichtet Bootsführer Bernhard Kazcenski von der „Falshöft“. Auch die Minentaucher hatten zwar auch ein Boot dabei, konnten es aber im vereisten Hafen von Olpenitz nicht einsetzen.

Mit dem Bordkran nahm die „Falshöft“ die Mine aufs Achterdeck und brachte sie nach Kiel. An der Scharnhorstbrücke des Tirpitzhafen setzte die Besatzung das kugelartige Gerät am Dienstag kurz vor 21 Uhr ab. Dort soll es am Mittwoch von der Marine abgeholt und wieder repariert werden.

Es ist das zweite Mal, dass die „Falshöft“ sich als „Minentransporter“ bewährt hat. Vor zwei Jahren hatte die Besatzung bereits einmal eine Übungsmine nach Kiel gebracht. Damals hatte ein Fischer eine Übungsmine mit einem Netz erwischt.


Quelle: Kieler Nachrichten, www.kn-online.de,
Text & Fotos: Frank Behling

Flugzeugabsturz: Deutsche Marine sucht weiter nach Toten

Beirut - Nach dem Flugzeugabsturz vor der Küste Libanons läuft die Suche nach Opfern mithilfe der Deutschen Marine aus Kiel weiter auf Hochtouren.

Der Tender MOSEL leitet weiter die Aktion im Absturzgebiet, wie ein Bundeswehrsprecher in Potsdam sagte. Das ebenfalls eingesetzte Minenjagdboot LABOE habe drei Leichen nach Beirut gebracht. Wann es wieder auslaufe, stehe noch nicht fest.

Die Maschine der Ethiopian Airlines war am Montag kurz nach dem Start in Beirut aus noch nicht geklärten Umständen brennend ins Meer gestürzt (wir berichteten).

Dabei kamen alle 90 Insassen ums Leben. "Es ist sehr schwer, sich vorzustellen, dass es Überlebende gibt", sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. "Wir versuchen, die Flugschreiber zu finden, die Aufschluss über die Ursachen des Unfalls geben können." Der Pilot ignorierte vor dem Unglück die letzten Anweisungen des Towers. Der Kontrollturm in Beirut hatte den Piloten wegen Sturms zur Umkehr aufgefordert.


Quelle: www.abendblatt.de, (dpa/AFP)

Schüsse an Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea

Schusswechsel an der umstrittenen Seegrenze zwischen Süd- und Nordkorea im Gelben Meer: Das nordkoreanische Militär feuerte am Mittwoch über dem Gelben Meer Dutzende Artilleriegeschosse ab und kündigte weitere „Schießübungen“ an.

Die südkoreanische Marine erwiderte das Artilleriefeuer mit Warnschüssen aus Kanonen, wie der Generalstab in Südkorea mitteilte.

Die nordkoreanischen Streitkräfte hätten am Vormittag (Ortszeit) aus Artilleriegeschützen an der Westküste des Landes rund 30 Schüsse abgegeben, hieß es. Die Projektile seien allerdings nördlich der Grenzlinie niedergegangen. Die südkoreanischen Truppen befinden sich in erhöhter Alarmbereitschaft. Südkorea warnte vor einem „Gegenangriff“, sollte Nordkorea Schüsse in südkoreanische Hoheitsgewässer abfeuern.

In einer Erklärung des nordkoreanischen Generalstabs hieß es: Niemand könne etwas gegen die Übungen in nordkoreanischen Gewässern einwenden. Die Schießübungen würden in Zukunft in den Gewässern fortgesetzt. Gegen Mittag setzte Nordkorea das Artilleriefeuer nach Medienberichten dann auch fort. Einen Tag zuvor hatte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben Gebiete um die Seegrenze zur „Fahrverbotszone“ für Schiffe erklärt.

An der umstrittenen Seegrenze ist es in der Vergangenheit wiederholt zu militärischen Zwischenfällen gekommen. Zuletzt hatten sich im November Marineschiffe beider koreanischer Staaten im Grenzgebiet ein Feuergefecht geliefert. Nordkorea erkennt die sogenannte Nördliche Grenzlinie vor der Westküste nicht an. Die Grenzlinie wurde zum Ende des Korea-Kriegs (1950-53) einseitig von einem UN-Kommando gezogen.

Quelle: www.focus.de, dpa

TV-Tipp: Jagd auf Raubfischer - Einsatz im Nordatlantik

NDR Fernsehen, Heute den 27.01., 22:35 Uhr
Inspektor Hans Wolken aus Rostock hat sich den Fischereischutz zur Aufgabe gemacht. Auf der "Seeadler" durchquert er den Nordatlantik, um der Überfischung Einhalt zu gebieten.

Das Fischereischutzboot "Seeadler" ist unterwegs, um rund 3.000 Seemeilen vom Heimathafen Rostock entfernt die Fischereigesetze auf See durchzusetzen. Inspektor Hans Wolken ist früher selber als Fischer zur See gefahren und kennt alle Tricks. Seit 14 Jahren ist er nun schon beim Fischereischutz.

"Wenn man hier nicht gut trainiert ist, hat man keine Chance", sagt Wolken, als er mitten im Nordatlantik auf einem schwankenden Schlauchboot steht und versucht, die modrige Strickleiter eines Fischereischiffes zu ergreifen.

Seine Aufgabe ist es, die riesigen Fangfabrikschiffe auf Einhaltung der Fangquoten zu kontrollieren.

Die Weltmeere sind seit Langem überfischt, und um den Bestand wenigstens einigermaßen zu schützen, sinken die Fangquoten, die man den Fischern zugesteht, von Jahr zu Jahr. Die Europäische Union kontrolliert deren Einhaltung auch in internationalen Gewässern.

In seiner Reportage hat Michael Höft die Männer der "Seeadler" auf ihrer anstrengenden Reise in den Nordatlantik begleitet und liefert hautnahe Bilder von einer notwendigen Arbeit zum Schutz vor der unersättlichen Gier der Welt nach dem Rohstoff Fisch.


Quelle: NDR Fernsehen, www.ndr.de

Dienstag, 26. Januar 2010

Der Einsatz- und Ausbildungsverband 2010

Das Jahr hat kaum angefangen, da wartet auf unseren Hörsaal eine neue Herausforderung. Doch bevor es auf die große Reise geht, verbringen wir die ersten drei Tage an der Marineschule Mürwik (MSM). Dort heißt es dann auch Sachen packen, denn am Mittwoch verlegen wir zum Marinestützpunkt in Wilhelmshaven.

Für die kommenden sechs Wochen wird die Fregatte Brandenburg zu unserem Ausbildungsort. Bis zum Auslaufen am Sonntag lernen wir das Schiff sowie die Sicherheitsbedingungen an Bord kennen.

Interkulturelle Kompetenz
Gut und erholt ins neue Jahr gerutscht, finden wir uns nach dem Urlaub in der Marineschule ein. Einen ganzen Tag befassen sich unser und ein anderer Hörsaal mit dem Thema interkulturelle Kompetenz. Der Ausbilder weist uns darauf hin, dass wir in anderen Ländern umsichtig sein müssen. Uns bekannte und typische Gesten wie „Daumen hoch“ können in anderen Kulturkreisen für Empörung und Unmut sorgen. Man mag darüber scherzen, aber dadurch kann es schnell zu Handgreiflichkeiten kommen.

Rund um UNIFIL
Am Ende des Tages hält unser zukünftiger Lehrer für Führungslehre einen Vortrag zum UNIFIL-Einsatz im Libanon. Aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz erhalten wir Einblicke in die Mission.

Der Dienstag beginnt mit Sportunterricht im Kraftraum und findet seinen Abschluss mit einem weiteren Vortrag zum Thema UNIFIL. Jedoch trägt diesmal der Kommandeur in der Aula vor.

Sachen packen und verstauen
Nach Dienstschluss widme ich mich dem unbeliebten und aufwändigen Packen meiner Ausrüstungsgegenstände. In meiner Stube herrscht großes Durcheinander, da alles ausgeräumt und verstaut werden muss.

Einer ruhigen Nacht folgt ein anstrengender Mittwoch. Bevor der Hörsaal um 13 Uhr nach Wilhelmshaven zur Fregatte Brandenburg verlegt, erwarten uns noch einige administrative Aufgaben. Außerdem bekommen wir die zweite Schweinegrippeimpfung, was den Zeitplan noch enger gestaltet.

Herzlich Willkommen auf der Brandenburg
Gegen 18 Uhr erreichen wir schließlich den Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Die Vorfreude auf die bevorstehende Reise wächst beim Anblick der zahlreichen Fregatten. An Bord werden wir begrüßt und erhalten kurze, allgemeine Einweisungen und Unterricht: zum Beispiel zum Thema Schiffssicherheit.

Da der Lkw mit unseren Ausrüstungsgegenständen wegen der Witterungsverhältnisse auf der Autobahn liegen geblieben ist, bekommen wir sie erst verspätet. Um 23 Uhr werden wir müde und erschöpft zum Schlafen auf unsere Kojen entlassen.

Die ersten Impressionen
Meine ersten Eindrücke vom Schiff sind positiv. Im Vergleich zur Gorch Fock sind die Unterkünfte wesentlich geräumiger. Die eigene Koje mit Vorhang bietet zudem eine Rückzugsmöglichkeit. Jedoch lauern an Bord überall Verletzungsgefahren, die schnell zu Quetschungen oder Schlimmerem führen können.

Als besonders gefährlich erweisen sich die Schotten, weil im Schiffskörper ein Überdruck herrscht. Steht man nämlich an der Schleuse und eines der Schotts wird zum Passieren geöffnet, so kann es beim gleichzeitigen Öffnen des zweiten Schotts kritisch werden. Durch den Überdruck kann es am Schott zum Rückstoß kommen: Dann fliegt einem eine Metalltür entgegen.

Hafenalltag
Pünktlich um 6 Uhr ertönt über Lautsprecher eine Stimme. Sie verkündet das Wecken. Nachdem wir gefrühstückt haben, treten wir kurz nach 7 Uhr im Backbordhangar zur Musterung an. Zunächst nehmen wir nicht an den Arbeiten der Besatzung teil.

In der Mannschaftsmesse, dem Aufenthaltsraum aller Mannschaftssoldaten und damit auch der Offizieranwärter, folgen weitere Einweisungen in die Brandbekämpfung und die Wache. Zwischendurch helfen wir der Besatzung bei der Proviantübernahme. Wir transportieren 40-Kilogramm-Säcke Mehl zu den Lagerräumen. Um 16 Uhr endet der erste volle Tag auf der Fregatte mit dem donnerstags üblichen Seemannssonntag – Kaffee und Kuchen für alle.

Im Stützpunkt unterwegs
Nun besteht die Chance, den Hafen zu besichtigen. Momentan sind neun Einheiten aller drei Fregatten-Klassen anwesend, was schon ziemlich aufregend ist, da sich einem dieser Anblick selten bietet. Oft liegen nur wenige Schiffe im Hafen.

Das vorläufig letzte Wochenende daheim
Am Freitag machen wir eine ausführliche Schiffsführung, denn bei über 400 Räumen kann man sich schnell verlaufen. So bin ich bereits mehrfach auf dem falschen Deck unterwegs gewesen. Diese Desorientierung ist zu Beginn nicht ungewöhnlich. Der Dienst endet heute vorzeitig. So kann fast jeder Soldat noch einmal die Heimat besuchen, bevor wir am Sonntag in Richtung Teneriffa auslaufen.

Quelle: www.bundeswehr.de

Jeder kann Helfen

Djibouti - Die lange Seefahrt und die harte Arbeit an Bord sind keine Gründe für sie, in der kostbaren Freizeit im Hafen die Füße hoch zu legen. Hauptbootsmann Ulrich S., der Elektrotechnikmeister der Fregatte AUGSBURG, und sein Team von Freiwilligen verbringen jede freie Minute bei ihrem Projekt in einem Land mit Zukunft und Potenzial.

In Djibouti, der Hauptstadt des gleichnamigen Landes am Horn von Afrika, gibt es eine evangelische Gemeinde. Etwa 100 praktizierende Gläubige aus über 15 Nationen werden hier vom deutschen Pfarrer Michael Schlick betreut. Daneben unterhält die Kirche auch einen Kindergarten für die Jüngsten und eine Schule für junge Frauen ohne Schulabschluss. In praxisorientierter Ausbildung und in der Abendschule werden sie auf ein Berufsleben vorbereitet. Dank des Erfolges bei der Vermittlung wurde das Programm auch für junge Männer erweitert.

Hilfe von der Marine
Aber wie so oft fehlt es auch hier meist am Nötigsten: Die Unterrichtsräume sind marode, die Technik veraltet, Wasserleitungen undicht, die Elektrik ein Gefahrenherd. Ohne die freiwillige Hilfe Vieler wäre ein Betrieb der Einrichtungen wohl nicht mehr möglich. Und hier kommt der Elektrotechnikmeister der AUGSBURG mit ins Spiel. Bereits 2007, bei seinem ersten Besuch in Djibouti, engagierte sich der 39-Jährige für die Kirche.

Über die Jahre, seit die Deutsche Marine am Horn von Afrika tätig ist, hat sich eine regelrechte Patenschaft zwischen der Marine und der Kirche entwickelt, die er ohne zu zögern fortführen wollte. „Aus einer anfänglich einfachen Beschäftigung ist eine richtige Herzensangelegenheit geworden. Es ist schön zu sehen, dass man hier richtig was bewegen kann“, erklärt Ulrich S. nicht ohne Stolz.

Engagierter Einsatz
Bevor seine Fregatte Wilhelmshaven im September letzten Jahres verließ, sammelte er im privaten Bereich Spenden. Insgesamt 50 Umzugskartons voll mit Kleidung sowie Schreib- und Spielwaren machten sich so mit auf den Weg an das Horn von Afrika. Unter großem „Hallo“ wurden diese Sachen nach dem Einlaufen der Fregatte an die Kinder und Jugendlichen verteilt. Tatkräftig wurden bei jedem Hafenaufenthalt in Djibouti Wasserleitungen erneuert, in einem kompletten Unterrichtsraum die Wände und Decken neu gestaltet und Malerarbeiten durchgeführt. Auch nun, bei dem letzten Besuch der Fregatte im Hafen von Djibouti Mitte Januar, wurde die wenige Zeit genutzt und wieder mit angepackt.

Freiwillige Helfer
Erst kürzlich kam es zu zwei Entstehungsbränden an der Elektrik. Nur durch Zufall wurden diese entdeckt und so ein Feuer im gesamten Gebäude verhindert. Somit lag das Hauptaugenmerk diesmal auf der Reparatur der entsprechenden Leitungen und Anlagen.

Pfarrer Michael Schlick ist froh und dankbar für die Hilfe. „Ich merke, dass das von Herzen kommt. Die Männer und Frauen tun dies nicht, weil sie ihren Chef beeindrucken wollen“, sagt er. Auch bei dem nächsten Besuch der AUGSBURG, bevor sie das Einsatzgebiet Richtung Heimat verlässt, sind weitere Schritte geplant. Wieder werden kleine Baustellen angegangen. So wird die Lernumgebung für die jungen Menschen in der Einrichtung Stück für Stück verbessert.

Quelle: PIZ Marine, www.marine.de

500 Jahre alte Reiseberichte

Bremerhaven - Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) hat eine Rarität für seine Bibliothek erworben. Die „Kleinen Reisen“ aus dem Verlagshaus De Bry konnten für einen knapp sechsstelligen Betrag von einem Sammler aus den USA gekauft werden.

„Die Bände“, sagt Dr. Albrecht Sauer, Leiter der DSM-Bibliothek, „umfassen die wohl wertvollsten Reiseberichte der frühen Neuzeit aus dem deutschsprachigen Raum.“ Von Johann Tischewski

Die Sammlung umfasst zahlreiche Erzählungen deutscher Seeleute und Händler, die mit der niederländischen Ostindienkompanie zwischen 1593 und 1623 nach Asien und Afrika reisten. Für die Forschung sind sie von großer Bedeutung. „Vor allem die Beschreibungen des Alltags in den Überseeregionen“, so Sauer, „sind für die Wissenschaft von unermesslichem Wert.“

Die elf Berichte sind in zwei goldbeschlagenen Kalbsledereinbänden zusammengefasst worden. 240 Kupferstiche verzieren die Bücher. Meist handelt es sich um Bebilderung des Textes, aber auch detaillierte Karten finden sich in den Berichten. Die Abbildungen des Verlagshauses De Bry sind wegen ihrer herausragenden Qualität immer wieder in der späteren Literatur zu finden.

Die Werke sollen auch der Öffentlichkeit präsentiert und unter Auflagen allgemein zugänglich gemacht werden. Finanziert wurde der Ankauf durch den Förderverein Deutsches Schiffahrtsmuseum und das Technikmuseum U-Boot „Wilhelm Bauer“.

Alte Dokumente aufgespürt
Das DSM hat als nationales Forschungsmuseum einen Sammelauftrag zur Schifffahrtsgeschichte. Seit fast vier Jahrzehnten spürt seine bibliothekarische Abteilung Schriftstücke zur deutschen Seefahrt in aller Welt auf. Zuletzt machte sie mit der Vervollständigung aller 26 Bände der Reiseberichte des Nürnberger Verlegers Levinus Hulsius auf sich aufmerksam.

Um die jetzt aufgekaufte Sammlung komplett zu machen, fehlen noch zwei Bände. Doch von denen, so Sauer, wisse man noch nicht einmal, ob sie überhaupt existieren.


Quelle: Nordsee-Zeitung, www.nordsee-zeitung.de

Nach Tankerunglück in Texas - Gefahr für Naturschutzgebiete gebannt

Port Arthur/USA (RPO) - In Texas ist nach einem Tankerunglück die Gefahr für zwei Naturschutzgebiete gebannt. Nach Angaben der US-Küstenwacht hat der Ölteppich die Gebiet nicht erreicht.

Das Öl, das nach dem Zusammenstoß des Tankers mit einem Schlepper ausgelaufen war, habe sich zur Hälfte verflüchtigt oder sei von Reinigungsmannschaften eingesammelt worden, so die US-Küstenwacht am Montag. Demnach liefen bei dem Unglück 1,75 Millionen Liter Öl aus.

Die Kollision in Port Arthur riss am Samstag ein 4,60 mal 2,40 Meter großes Loch in den Rumpf der "Eagle Atome". Der Ölteppich sei auf einen rund drei Kilometer langen Abschnitt des Sabine Neches Waterway begrenzt worden. Es war der größte Ölunfall in Texas seit 1994.

Quelle: RP Online, www.rp-online.de, apd/das

US-Marines beenden Einsatz im Irak

Die US-Marines haben nach fast sieben Jahren ihren Einsatz im Irak beendet. Die Marineinfanteristen werden aus der früheren Unruheprovinz Anbar im Westen des Landes ersatzlos abgezogen.

Die US-Marines haben nach fast sieben Jahren ihren Einsatz im Irak beendet.
In einer Erklärung der US-Armee hieß es, die Marineinfanteristen würden aus der früheren Unruheprovinz Anbar im Westen des Landes ersatzlos abgezogen. Die Marines hatten bereits 2008 die Kontrolle über Anbar irakischen Sicherheitskräften übergeben. Es war die erste mehrheitlich von Sunniten bewohnte Provinz, die der schiitisch geführten Zentralregierung in Bagdad unterstellt wurde.

In den ersten Jahren nach dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak im März 2003 war der Widerstand insbesondere in Anbar, der größten irakischen Provinz, heftig gewesen. Die Marines hatten sich in den Städten Falludschah und Ramadi blutige Gefechte mit den Aufständischen geliefert.

Der jetzige Abzug der Marines ist Teil des US-Truppenabzugs. Bis zum 31. August sollen alle US-Kampfeinheiten abgezogen werden, bis Ende 2011 alle übrigen Soldaten. US-Präsident Barack Obama plant eine Aufstockung der Truppen in Afghanistan. Im Irak sind sind derzeit noch etwa 115.000 US-Soldaten stationiert.

Quelle: www.donaukurier.de, Bagdad (AFP)

Flugzeugabsturz - „Wir finden nur Tote“

Zwei Marineschiffe führen nach dem Flugzeugabsturz im Mittelmeer die Suchaktion an. Stürmisches Wetter erschwert die Arbeit der 140 deutschen Soldaten. Der Kommandant berichtet über die Lage. Von FOCUS-Online-Redakteurin Christina Otten.



Video: Stern, www.stern.de



Eine Armada von Schiffen, Flugzeugen und Hubschraubern sucht seit Montagmorgen vor der libanesischen Küste nach Überlebenden des Absturzes der Ethiopian-Airlines-Maschine mit 90 Menschen an Bord. Die Deutsche Marine, die im Rahmen der UN-Mission Unifil in der Region ist, koordiniert die Suchaktion. Sowohl der deutsche Tender MOSEL mit 100 Mann Besatzung als auch das Minenjagdboot LABOE mit 40 Marinesoldaten an Bord wurden am frühen Morgen alarmiert.


Schwerer Seegang behindert Suche
Nach mehreren Stunden Einsatz in dem Unglücksgebiet, das fünf bis sechs Kilometer vor der Küste liegt, fanden die Soldaten bislang keine Hinweise auf Überlebende. „Wir konnten nur Tote bergen“, sagte LABOE-Kommandant Jens Geppert FOCUS Online. Schwerer Seegang erschwere die Aktion des Unifil-Verbandes. Die Wrackteile von Flug ET-409 würden auf ein immer größeres Gebiet verteilt.


Die Zahl der geborgenen Toten ist weiter unklar. Agenturinformationen zufolge wurden bislang insgesamt 34 Leichen an Bord der Schiffe geholt. Neben den beiden deutschen Einheiten sollen auch vier libanesische und ein türkisches Schiff vor Ort sein. Ein Sprecher des Einsatzkommandos in Potsdam erklärte, die LABOE habe drei Tote geborgen und inzwischen an das Rote Kreuz im Hafen von Beirut übergeben.


Angehörige und Schaulustige beobachten Suchaktion nach Flugzeugabsturz















Schaulustige und Angehörige beobachten die Suchaktion des Unifil-Verbandes. (REUTERS)


Psychologen sollen Soldaten betreuen
Die Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines war am Montagmorgen auf dem Weg von Beirut nach Addis Abeba abgestürzt. Kurze Zeit später sei die LABOE vor Ort gewesen und habe nach Flugzeugteilen und Leichen gesucht, sagte Kommandat Geppert. Ein Kriseninterventionsteam mit Psychologen sei auf dem Weg von Deutschland in den Libanon, um die eigenen Soldaten zu betreuen. „Die Bergung von Leichen ist nicht für jeden einfach zu verarbeiten“, so Geppert.


Als Teil der Unifil-Mission ist die Marine eigentlich vor Ort, um im Rahmen einer Überwachung der israelisch-libanesischen Grenze gegen Waffenschmuggel auf See vorgehen. Die Vereinten Nationen reagierten damit auf die Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz im Sommer 2006. Mit Patrouillen vor der Küste sollen Waffenlieferung an die Hisbollah-Miliz verhindert werden.


Verzweifelte Angehörige am Flughafen
Am Flughafen von Beirut versammelten sich indes schockierte Angehörige, die ängstlich auf Neuigkeiten warteten. Eine weinende Frau gab bereits alle Hoffnung auf, ihren Mann wiederzusehen. „Sie werden ihn nicht finden, ich weiß es, sie werden ihn nicht finden.“ Ministerpräsident Saad Hariri kam zum Flughafen, um den Angehörigen sein Mitgefühl auszusprechen. Er ordnete für Montag Staatstrauer an.


Die Unglücksursache ist weiter unklar. Zum Zeitpunkt des Starts herrschte in Beirut regnerisches und stürmisches Wetter, Augenzeugen sprachen von einem Feuerball, der in das Meer stürzte. Tatsache ist, dass der Funkkontakt zur Maschine schon kurz nach dem Start abriss. Ein Tankwart, der zu dem Zeitpunkt des Unglücks beim Flughafen Dienst tat, sagte: „Es herrschten heftiger Regen und Wind, und plötzlich sah ich den Himmel von einem orangenen Feuerball erleuchtet.“ Ein terroristischer Anschlag wurde vom Libanon ausgeschlossen. „Bislang schließen wir einen Sabotageakt aus“, sagte Libanons Präsident Michel Suleiman.


Dauer der Suchaktion unklar
Die Aussicht, noch jemanden lebend retten zu können, wurde von den Behörden in Beirut als gering eingeschätzt. Bei den Fluggästen handelte es sich überwiegend um Libanesen und Äthiopier.

Wie lange die deutschen Schiffe an der Suchaktion beteiligt sein werden, ist noch ungeklärt. „Darüber liegen uns keine Informationen vor“, sagte ein Marinesprecher.



Video: Offenbar alle 90 Insassen tot
Video UNIFIL beteiligt sich bei Suche nach Flugzeugabsturz


















Quelle: www.focus.de, FOCUS-Online-Redakteurin Christina Otten.
Foto: Reuters


Schlagwörter: Absturz ET-409 Ethiopian Airlines Flugzeugabsturz Kommandant Laboe Libanon Marine Mosel Suchaktion UN Unifil




Montag, 25. Januar 2010

Minentaucher aus Eckernförde im Kosovo-Einsatz trotz Personalsorgen

Eckernförde - Minentaucher aus Eckernförde unterstützen von Februar an die deutsche Bundeswehr-Truppe im Kosovo. Drei Minentaucher seien bereits vor einigen Tagen ins deutsche Lager nach Prizren geflogen, sagt der Chef der Minentaucher-Kompanie, Kapitänleutnant Mario Fink. Der 32-Jährige aus Rostock hatte die Leitung der Kompanie im Oktober 2009 übernommen.

Was machen Minentaucher an Land? „Wir sind zwar maritime Kampfmittelbeseitiger, unterstützen aber auch die Kräfte an Land“, erzählt Fink. Das Minentaucher-Trio sei im Kosovo dem dortigen Kommandeur unterstellt und vor allem für den Schutz der eigenen Truppe zuständig. „Wir suchen Bomben und Minen und entschärfen sie. Wir sind immer die, die vorangehen“, erzählt Fink. Gerade im Kosovo gebe es noch viele „Altlasten“. „Kinder finden oft alte Munition beim Spielen. Wir leisten also auch einen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung“, berichtet er. Anfang Februar lösen die Minentaucher im Kosovo die Kampfmittelbeseitiger des Heeres ab. Ihr Einsatz läuft bis Mitte Mai.

Fast vier Monate lang wurde das Trio gezielt auf diesen Einsatz vorbereitet. Unterricht über das Land, Ausbildung für die speziellen Fahrzeuge, zudem Kenntnisse über die zu erwartenden Kampfmittel wie Munition oder Minen. „Das Wichtigste aber: Wie reagiere ich auf bestimmte Situationen“, erzählt Fink.

Es ist nicht der erste Einsatz der kleinen Kompanie. Bereits von 2000 bis 2002 waren Minentaucher im Kosovo, mehrere Einsätze gab es auch in Afghanistan und Bosnien. Zudem würden Minentaucher auch bei derzeitigen Nato-Einsätzen vor dem Libanon eingesetzt. Für die Anti-Piraten-Mission „Atalanta“ stehen sie in Bereitschaft.

Dabei ist der Job derzeit bei der Bundeswehr nicht besonders gefragt. Von 120 Stellen sind nur 32 besetzt. Das liege zum einen an der im Vergleich zu anderen Bereichen schlechteren Bezahlung, aber auch an den körperlichen und geistigen Voraussetzungen, die viele Bewerber nicht mehr mitbringen. Für das laufende Jahr könne die Zahl von 32 gehalten werden, sagt Fink. Vom gerade begonnenen Ausbildungskurs mit 15 Soldaten hoffe er auf sieben bis acht, die die Ausbildung bestehen. „Das könnte eine gewisse Entlastung bringen.“ Die kommenden zwei Jahre würden über das Fortbestehen der Truppe entscheiden. Es soll aber Überlegungen geben, die Attraktivität des Berufs noch weiter zu verbessern.

Trotz der angespannten Personaldecke sind Minentaucher in der Bundeswehr fast überall dabei. „Acht Leute sind bei Einsatzverbänden der Nato, vier an der Libanon-Mission beteiligt“, erzählt Fink. Zudem müssen sich weitere Soldaten der Kompanie auf ihre Auslandseinsätze vorbereiten, Manöver bestreiten wie Anfang März fünf Minentaucher in Südafrika - oder auch mal Urlaub machen.


Quelle: Kieler Nachrichten, www.kn-online.de, dpa

Jetzt bloß nicht im Eisbrei stecken bleiben

Gute Fragen
Jetzt bloß nicht im Eisbrei stecken bleiben!
Eva Sudholt sprach mit dem Eisbeobachter von Rügen.

Seine Frau wimmelt behutsam, aber entschieden ab.
"Mein Mann war den ganzen Morgen im Eis", sagt sie. "Gönnen wir ihm seinen Mittagsschlaf." Selbstverständlich. Eine Stunde später ist Frank Sakuth, 69, ausgeschlafen, geht beschwingt ans Telefon und erzählt, wie er dazu kommt, sich jeden Wintermorgen zur Ostsee aufzumachen und den Zustand der Eisschicht zu kontrollieren. Freiwillig und unentgeltlich. Eva Sudholt sprach mit dem Eisbeobachter von Rügen

Welt am Sonntag:
Wann ging's denn heute Morgen bei Ihnen los, Herr Sakuth?

Frank Sakuth:
Och, um sieben bin ich auf, dann erst mal Morgentoilette, und wenn es dann hell wird, ziehe ich los.

Welt am Sonntag:
Wohin denn?

Sakuth:
Zu meinen drei Beobachtungspunkten, erst an die Boddenküste, dann zur Seeküste und dann hoch auf einen Berg, auf eine Aussichtsplattform, von der aus ich die Ostsee bis nach Usedom überblicken kann.

Welt am Sonntag:
Und wie ist die allgemeine Eislage?

Sakuth:
Der Greifswalder Bodden ist zu zehn Zehnteln, wie wir so sagen, bedeckt. Also ganz, auch wenn die Eisdecke nicht überall geschlossen ist. Schollen und Eisberge liegen dicht an dicht. Einmal in der Woche messe ich die Eisdicke, dann hacke ich mit meiner kleinen Axt ein Loch ins Eis und messe mit meinem Zollstock nach. Im Moment liegen wir bei ziemlich genau zehn Zentimetern.

Welt am Sonntag:
Ist das viel?

Sakuth:
Ach, das ist gar nichts. Ab 25 Zentimetern kann man mal anfangen, von einer dicken Eisschicht zu sprechen. Aber wir sind hier ja noch ganz am Anfang.

Welt am Sonntag:
Am Anfang? Es ist doch schon fast Februar.

Sakuth:
Jaja, aber hier geht es jetzt erst richtig los. Manchmal ist die Ostsee bis Anfang April gefroren. Wenn sich die Schollen zu Eisbergen zusammengeschoben haben, kann es lange dauern, bis sie wieder abgetaut sind.

Welt am Sonntag:
Nun aber mal zur entscheidenden Frage: Wozu das Ganze?

Sakuth:
Für die Schiffe. Ich schicke meine Werte jeden Morgen per E-Mail an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Das BSH gibt die Werte dann an die Seeleute weiter. Darum darf ich da morgens auch nicht rumtrödeln, um neun Uhr wollen die Ergebnisse haben.

Welt am Sonntag:
Wie kommt man denn an so eine Aufgabe?

Sakuth:
Ich bin doch früher selbst als Kapitän zur See gefahren. Ich weiß, wie wichtig es ist, die Eislage zu kennen. Das Schiff muss vorbereitet sein. Ich kann Ihnen sagen, einmal kamen wir aus Afrika zurück - wir waren kaum in der Nordsee, da blieben wir im Eisbrei stecken. Und wissen Sie, warum? Weil wir nicht vorbereitet waren. Wir hätten rechtzeitig von Seewasserkühlung auf Innenkühlung umstellen müssen.

Welt am Sonntag:
Wenn Sie das vielleicht kurz erklären könnten ...

Sakuth:
... na ja, so Maschinen müssen ja immer gekühlt werden, das machen wir durch das Meerwasser, das durch kleine Öffnungen ins Innere einläuft. Wenn Sie dann im Eis landen, kann es gut passieren, dass Ihnen die Löcher verstopfen, und zack, laufen die Motoren heiß. Hätten wir rechtzeitig unsere Kühlwassertanks aktivieren können, die wir für solche Notfälle an Bord haben, wären wir nicht in der Nordsee stecken geblieben.

Welt am Sonntag:
Und nun passen Sie auf, dass das anderen nicht passiert.

Sakuth:
Das ist doch eine schöne Nebenbeschäftigung für einen Rentner. Und ich war immer so ein sicherheitsbewusster Mensch, da liegt es nahe, mich um das Wohl der Seeleute zu kümmern.

Welt am Sonntag:
Kann man die Eisdecke heute nicht per Satellit kontrollieren?

Sakuth:
Glauben Sie mir, mit den eigenen Augen sieht man mehr als jeder Satellit.

Welt am Sonntag:
Vielen Dank, Herr Sakuth.

Sakuth:
Dafür nicht.


Quelle: www.welt.de, von Eva Sudholt

MFG 3 erwartet Zuwachs

KREIS CUXHAVEN - Das Nordholzer Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" bereitet sich schon jetzt auf die Aufnahme des MFG 5 vor. "Das Kieler Geschwader soll 2012 nach Nordholz verlegt werden", unterstrich der neue Kommodore des MFG 3, Fregattenkapitän Christoph Beer, während des Neujahrsempfangs auf dem Marinefliegerhorst.

Zahlreiche Repräsentanten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Kirche und Bundeswehr waren der Einladung des Standortältesten zu diesem traditionellen Treffen zum Beginn des neuen Jahres gefolgt. Der Geschwaderchef, der in 2009 Kapitän zur See Rainer Kümpel abgelöst hat, wertete die Anwesenheit der vielen Gäste als Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit: "Unsere Männer und Frauen fühlen sich nicht nur hier am Standort und im Umland wohl, sondern wissen die örtliche Bevölkerung und Politik auch im Einsatz hinter sich."

Die Vorbereitungen zur Aufnahme des MFG 5 liefen planmäßig - insbesondere im Hinblick auf die Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen, sagte Beer. "Mit dem Zuzug der Kieler wird dieser Stützpunkt um weitere 300 bis 400 Dienstposten sowie ein weiteres Waffensystem anwachsen." Um den künftigen Verband vernünftig führen und einsetzen zu können, seien neben den infrastrukturellen Maßnahmen auch Veränderungen der Organisationsstruktur erforderlich.

Quelle: Niederelbe-Zeitung, www.nez.de, von Jörg Fenski

Verteidigungsminister zu Guttenberg sagt Marine-Besuch ab

Eckernförde/Glücksburg (dpa/lno) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den geplanten Besuch bei der Marine in Eckernförde abgesagt.

Ein neuer Termin werde noch bekannt gegeben, teilte das Flottenkommando am Freitag in Glücksburg mit.

Ursprünglich sollte der Minister am kommenden Dienstag (26. Januar) seinen Antrittsbesuch bei der Marine absolvieren. Die Marine hatte für den mehrstündigen Termin geplant, dem Minister an Bord der Fregatte «Mecklenburg-Vorpommern» Waffensysteme und Ausrüstungen der Marine vorzustellen. Zudem sollte es Vorführungen auf See und Gespräche mit Marinesoldaten geben.

Quelle: Hamburger Abendblatt, www.abendblatt.de

Teenager-Rekordjagd - Duell der Segel-Süchtigen

Zwei Mädchen kämpfen um einen Rekord: Nach der 16-jährigen Australierin Jessica Watson ist nun die gleichaltrige Abby Sunderland in See gestochen. Auch die Amerikanerin will unbedingt der jüngste Mensch sein, der die Welt umsegelt - und wählt dafür eine gefährliche Route mit schwerer See.

Thousand Oaks/Marina del Rey - Es ist nicht gerade windig an diesem Tag. Und das ärgert Abby Sunderland etwas. Schließlich soll es nicht schon gleich am Anfang ihrer Reise schlecht laufen. Trotzdem strahlt die 16-Jährige aus Thousand Oaks, als sie sich, unter dem Jubel von Freunden und Verwandten, von ihrer Mutter verabschiedet. Diese wird ihre Tochter mindestens fünf Monate lang nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Abby glaubt zu wissen, was sie tut: Sie will der jüngste Mensch sein, der bisher die Welt umsegelte. Ihr Bruder hat ihr schon vorgemacht, wie es geht. Am 16. Juli 2009 lief Zac mit seinem Segelboot im kalifornischen Hafen in Marina del Rey ein. Der damals 17-Jährige war 45.000 Kilometer weit gesegelt und hatte dafür 13 Monate gebraucht. Er war der jüngste Segler der Geschichte, der die Welt allein umrundete.

Inzwischen hält ein anderer den Rekord: Mike Perham, der junge Brite, der in diesem Jahr 18 wird, umsegelte ebenfalls die Welt. Als er nach zahlreichen Pannen in den Heimathafen zurückkehrte, war er ein paar Monate jünger als sein Vorgänger Zac Sunderland bei dessen Zieleinfahrt.

Seit Samstag ist Abby Sunderland nun auf der Jagd nach dem Titel. Ihre Abfahrt hatte sich um mehrere Tage verzögert, weil zuvor eine Reihe schwerer Stürme das Meer vor der kalifornischen Küste zu sehr aufpeitschten. Abby, die noch nicht einmal einen Führerschein besitzt, hat aber keine Garantie, dass ihr Versuch klappt. Denn zeitgleich mit Sunderland kreuzt ein weiteres Mädchen auf Weltumseglungskurs über die Weltmeere: Die 16-jährige Australierin Jessica Watson befindet sich ebenfalls auf einem Solo-Törn - und die Australierin hat bereits einen Vorsprung. Seit drei Monaten ist sie allein unterwegs, vor etwa zehn Tagen umschiffte sie den südlichsten Punkt Südamerikas, das Kap Horn.

So schnell wie möglich nach Süden
Abby steht dagegen erst ganz am Anfang ihrer gefährlichen und langen Reise. Zunächst will die Amerikanerin von der kalifornischen Küste aus nach Süden segeln, vorbei an Santa Catalina Island. Das Ziel für die erste Woche: So schnell wie möglich so weit nach Süden wie möglich zu kommen.

Während ihr Bruder Zac bei seiner Rekordfahrt viele Zwischenstopps einlegte und eine westlichere Route durch gemäßigtere Zonen wählte, will Abby die Reise nonstop und ohne jede Hilfe schaffen. Wie ihre Konkurrentin Jessica wird sie zunächst Kap Horn umsegeln. Danach geht es immer entlang des südlichen Ozeans entlang der Antarktis, vorbei an der südlichen Spitze Afrikas und Australiens, schließlich wieder in nördliche Richtung zum Pazifik zurück.

Diese Route ist zwar kürzer, weniger von großen Frachtern befahren und nahzu piratenfrei. "Piraten jagen mir Angst ein, also friere ich lieber", sagte Abby der "New York Times". Allerdings droht der jungen Seglerin auf dieser schnellen Route um die Südhalbkugel deutlich schlecheteres Wetter.

Wie schnell ein Solo-Törn gefährlich werden kann, zeigte jüngst ein beinahe-Unglück von Abbys Konkurrentin Jessica Watson. Im Südatlantik erwischte ein Sturm in Hurrikanstärke die "Ella's Pink Lady" der Australierin.

Bis zu zehn Meter hohe Wellen und Windgeschwindigkeiten von 70 Knoten setzten dem Mädchen und ihrem Boot arg zu. Mehrmals geriet sogar der Mast der Yacht ins Wasser, Wellen tauchten das Segelboot unter. Jessica und ihr Schiff überstanden den Sturm unbeschadet.

Bleibt abzuwarten, welchen wilden Stürmen die 16-jährige Abby und ihr Boot "Wild Eyes" auf der Fahrt um die Südhalbkugel begegnen werden.

Quelle: www.spiegel.de, cib/cht, AFP

Moskau rüstet auf, Ostsee-Flotte wächst

Russland will seine nahe der polnischen Küste stationierte Ostsee-Flotte in den kommenden Jahren erheblich aufrüsten. Dies sei aber keine Antwort auf die bevorstehende Aufstellung von US-Raketen in Polen nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad, sondern Teil des staatlichen Modernisierungsprogramms für die Marine.

Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Kremlchef Dmitri Medwedew will die größtenteils marode Flotte wieder auf Kurs bringen und plant etwa den Abbau tausender Stellen, um die Befehlskette zu verkürzen.

Die Moskauer Staatsagentur Ria Nowosti hatte zuvor einen namentlich nicht genannten ranghohen Marine-Vertreter zitiert. Demzufolge sollten wegen der Patriot-Raketen unweit der russischen Exklave Kaliningrad um die frühere Stadt Königsberg künftig Kriegsschiffe mit Langstreckenraketen in der Ostsee patrouillieren. Zudem plane Moskau den Einsatz von Flugzeugen sowie Diesel-U-Booten. Hauptstützpunkt der Baltischen Flotte ist Baltijsk in der Nähe von Kaliningrad.

In den vergangenen Monaten hatten sich die belasteten russisch- polnischen Beziehungen leicht verbessert. So war Russlands Regierungschef Wladimir Putin im vergangenen Jahr zur Gedenkfeier an den deutschen Angriff am 1. September 1939 nach Danzig gereist.

Warschau hatte am Mittwoch die Stationierung der von den USA zugesagten Patriot-Raketen in weniger als 100 Kilometer Entfernung zur russischen Grenze angekündigt. Die Raketenlieferung an das NATO-Mitglied war Teil eines Abkommens von 2008 in Zusammenhang mit dem umstrittenen US-Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien. Trotz des späteren Verzichts von Präsident Barack Obama auf das Projekt bestand Polen auf der Lieferung der Patriot-Raketen, die von April an zusammen mit rund 100 US-Soldaten stationiert werden sollen.

Quelle: www.thb.de, Täglicher Hafenbericht, Ria Nowosti

Flugzeugabsturz im Mittelmeer

Deutsche Marine koordiniert Sucheinsatz vor Beirut
Mindestens 90 Menschen sind an Bord einer Boeing der Ethiopian Airlines vor der libanesischen Küste ins Meer gestürzt. Mit Hubschraubern und Schiffen suchen jetzt auch deutsche Rettungstrupps nach möglichen Überlebenden. Doch bisher konnten nur Leichen geborgen werden.

Berlin - Aus bisher ungeklärter Ursache ging die Boeing 737 nach dem Start in Beirut in der Nacht zum Montag in Flammen auf und stürzte rund dreieinhalb Kilometer vor der libanesischen Küste ins Meer.

Jetzt hat ein deutsches Schiff der Uno-Mission UNIFIL vor die Koordination des Sucheinsatzes übernommen. Seit 6.15 Uhr MEZ ist das Versorgungsschiff MOSEL an der Absturzstelle und regelt mit Einheiten der libanesischen Marine, dem deutschen Minensuchboot LABOE und mehreren Hubschraubern die Suche. Dies teilte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam mit.

Die Mannschaft der LABOE habe bereits drei Leichen geborgen, sagte der Sprecher. Doch es gibt weitere Tote, deren Zahl beständig wächst: "Wir haben am Ort des Absturzes vor der Küste von Naameh südlich von Beirut zehn Leichen gefunden", sagte ein Mitarbeiter des libanesischen Verteidigungsministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Dies ist ein schmerzliches Drama", fügte er hinzu und betonte, es werde "alles unternommen, um Überlebende zu finden".

An der Suche vor der Küste beteiligten sich auch ein Hubschrauber der italienischen Fregatte "Zeffiro", die sich in Beirut befindet, sowie ein libanesischer Polizeihubschrauber. Die UNIFIL-Mission wurde im Jahr 2006 vom Uno-Sicherheitsrat beschlossen und soll zu Stabilität und Sicherheit des Libanon beitragen. Die internationalen Kriegsschiffe vor der Küste des Mittelmeerlandes sollen vor allem Waffenschmuggel in das Land unterbinden.

Die Boeing 737-800 war mit 90 Menschen an Bord auf dem Weg nach Addis Abeba. Zunächst hatte es geheißen, sieben Menschen seien gerettet worden. Dies wurde jedoch von einem Sprecher der Fluglinie, Girma Wake, unter Berufung auf örtliche Behörden dementiert.

Die Regierung des Libanon hat den heutigen Montag zum Staatstrauertag erklärt. Premier Saad al-Hariri besuchte den Internationalen Flughafen, um mit Angehörigen zu sprechen, die aufgebracht darüber waren, dass die Maschine bei schlechtem Wetter überhaupt gestartet war.

Den libanesischen Streitkräften zufolge soll es an Bord der Maschine ein Feuer gegeben haben. Präsident Michel Suleiman erklärte, bislang deute nichts auf einen Terroranschlag hin. Er sagte: "Sabotage schließen wir derzeit aus." Vielmehr soll das schlechte Wetter eine Rolle gespielt haben. Lokalzeitungen hatten zunächst berichtet, ein Blitz habe in den Flieger eingeschlagen.

"Zweifellos war das Wetter sehr schlecht", sagte der libanesische Verkehrsminister Ghasi Aridi. Seit Sonntag fiel in Beirut starker Regen, und es gab Gewitter. Die Maschine der Ethiopian Airlines war gegen 2.30 Uhr Ortszeit in Richtung der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gestartet.

An Bord der Maschine waren laut libanesischen Angaben 83 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder. Ethiopian Airlines sprach von 82 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern. Unter den Fluggästen waren 54 Libanesen und 22 Äthiopier, außerdem Briten, Kanadier, Russen, Franzosen, Iraker und Syrer. Auch die Frau des französischen Botschafters im Libanon, Marla Pietton, soll unter de Passagieren gewesen sein.

Quelle: Spiegel, www.spiegel.de (ala/dpa/APD/Reuters)

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Freitag, 22. Januar 2010

Berufswunsch: Seeräuber

Somalier heuern zu Dutzenden als Piraten an
Geldflut führt zu Rivalität zwischen Banden in Hochburg

Harardere Mogadischu - Schiffe kapern und Beute machen - was andernorts als Berufswunsch kleiner Buben belächelt wird, ist für junge Somalier bitterer Ernst: Sie werden Piraten, um schnell an viel Geld zu kommen.

"Wir bekommen jeden Tag neue Milizionäre, und das ist ein Grund für die steigende Zahl der Angriffe", sagt Abdi Yare, der Anführer einer Piratenbande aus Harardere rund 330 Kilometer nördlich von Somalias Hauptstadt Mogadischu.

Obwohl die EU-Mission gegen Piraterie Atalanta Erfolge feierte, halten die Piraten derzeit elf Schiffe mit fast 270 Mann Besatzung in ihrer Gewalt. In Harardere könnte sich der Geldsegen für die Seeräuber jedoch bald in einen Fluch verwandeln.

"Rund 100 unserer Männer sind gegenwärtig auf der Jagd", erzählt Abdi Yare. "Das ist viel für so ungünstige Wetterbedingungen wie in diesen Tagen. Wenn der Wind sich legt, werden es noch mehr." In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg, die staatlichen Strukturen sind zerfallen, überall grassiert die Arbeitslosigkeit. Eine Karriere als Seeräuber scheint da verlockend: "Wenn Jugendliche, die nichts zu tun haben, von unermesslichen Lösegeldern hören, die die Piraten erbeuten, dann ist das Ansporn genug", sagt Mohamed Abdule aus Harardere.

Piraten weiten Operationsgebiete bis zu den Seychellen aus
2007 genügten ein Enterhaken, ein paar Kalaschnikows und ein kleines Boot, um eines der 20.000 Schiffe anzugreifen, die jedes Jahr auf einer der wichtigsten Handelsrouten den Golf von Aden passieren. Seither aber entsandten mehr als 15 Nationen eine ganze Armada von Kriegsschiffen.

Die Piraten haben darauf reagiert und schlagen jetzt weiter im Osten zu, im Indischen Ozean bis hin zu den Seychellen. Von den ausländischen Sreitkräften zeigen sie sich unbeeindruckt: "Unsere Männer werden die Schiffe auch vor der Nase der ausländischen Fregatten entführen", prahlt der Pirat Hassan Ganey. "Wenn wir Kriegsschiffe sehen, ändern wir einfach den Kurs." Auch der 23-jährige Seeräuber-Lehrling Gure schwärmt: "Das Geschäft floriert. Sie kapern ein Schiff, und ein paar Wochen später haben sie das Geld!"

Die somalische Marine bestätigt die wachsende Popularität der Piraten bei der Jugend des Landes: "Seit einigen Monaten verzeichnen wir eine Steigerung um fast 50 Prozent bei Jugendlichen, die bei den Piraten anheuern", sagt der Admiral Farah Qare. In den Piratenstützpunkten um Hobyo und Harardere schätzten die Einwohner die Zahl der kriminellen Seefahrer im vergangenen Sommer auf rund 500.

Geldsegen durch Piraterie könnte sich als Fluch erweisen
Der bescheidene Fischerhafen Harardere wandelte sich durch die Freibeuter und ihren neuen Reichtum inzwischen zum weltweit bekannten Piraten-Eldorado. Von ihrer Beute haben die Seeräuber einen beträchtlichen Teil an Angehörige und die örtliche Bevölkerung verteilt. Gleichwohl wird ihnen vorgeworfen, dass sie Alkohol, Prostitution und Inflation mitbringen. Auch sonst könnte sich der Geldsegen in der bitterarmen Gegend bald in einen Fluch verwandeln.

In den vergangenen Tagen lieferten sich rivalisierende Banden heftige Schießereien, bei denen sieben Menschen starben, unter ihnen ein unbeteiligter Anrainer. Grund für den Ausbruch der Gewalt war ein Rekordlösegeld von umgerechnet knapp fünf Millionen Euro, abgeworfen aus einem Hubschrauber für die Freilassung des Supertankers Maran Centaurus.

"Wir haben damit gerechnet", sagt Mohamed Sandhere aus Harardere. "Die Kerle haben sich ans schnelle Geld gewöhnt, und in einer Mafia-Organisation heißt es: töten oder getötet werden." Jussuf Moalim Ali, der unter den Piraten vermittelte, sieht weitere Konflikte kommen: "Das Misstrauen wächst, und wir befürchten ein weiteres Drama." Und der Anführer Abdi Yare bestätigt: "Inzwischen misstraut jeder jedem."

Um an frisches Geld zu kommen, werden neue Kaperfahrten geplant: "Wenn das Wetter besser wird, werden sie zu hunderten in See stechen", sagt ein alter Mann, Mohamoud Adan Tuke. "Für 2010 prophezeie ich Ihnen das schlimmste Jahr im Indischen Ozean." (AFP)


Quelle: www.derstandard.at

Wetterbeobachtungen bei der Marine

Glücksburg - Eine Wettervorhersage wird in der heutigen Zeit mithilfe von sehr leistungsfähigen Computern erstellt. Bei diesem Vorhersageverfahren, der Modellrechnung, handelt es sich um eine Computersimulation des Wettergeschehens.

Um die Veränderung sowie die Verlagerung von Hoch- und Tiefdruckgebieten und deren Wetterfelder in die Zukunft berechnen zu können, ist es notwendig, die Ausgangslage möglichst genau zu erfassen. Dabei unterstützen unter anderem die in See stehenden Einheiten der Marine.

Die Wetterdaten werden weltweit in einheitlicher Art und Weise erhoben und über globale Fernmeldesysteme mithilfe eines internationalen Wettercodes den Großrechenanlagen der nationalen Wetterdienste übermittelt. Die Datenerhebung geschieht durch ausgebildete Wetterbeobachter an Wetterstationen mit speziellen meteorologischen Messfeldern, durch nautisches oder Navigationspersonal sowie durch automatische Wetterstationen.

Die Marine ist in großem Umfang an dieser Wetterdatenermittlung beteiligt. So werden von ihren Einheiten pro Jahr circa 14.000 Wetterbeobachtungen erstellt und übermittelt. Diese Daten werden neben den hauptamtlichen Beobachtungen für die Erstellung von Wettervorhersagen benötigt und helfen, die Qualität der Vorhersagemodelle erheblich zu verbessern.

Aufgabe Qualitätssicherung
Für die Qualitätssicherung der Wetterbeobachtungen ist das Flottenkommando, Abteilung GeoInfoD (Hafendienst) zuständig. Alle Schiffswettermeldungen der Marine werden dort statistisch erfasst, qualitätsgeprüft und - wenn notwendig - korrigiert.

Anschließend werden sie an die Datenbanken des Deutschen Wetterdienstes und des Marineamtes, Abteilung GeoInfoW weitergegeben. Jede einzelne Wetterbeobachtung wird gegebenenfalls kommentiert und an die erstellende Einheit als Ausbildungshilfe für das mit der Wetterbeobachtung betraute Personal zurückgesandt.

Auszeichnung für herausragende Leistungen
Um den Einheiten, die besonders gute Wetterbeobachtungen erstellt haben, eine Anerkennung für die qualitativ hochwertige Arbeit zukommen zu lassen, vergibt das Flottenkommando jährlich zwölf Plaketten. Dies soll ein Ansporn sein, die hohe Arbeitsgüte zu erhalten. Gleichzeitig dient die Auszeichnung als Motivation für die Einheiten, bei denen es in diesem Jahr nicht für eine Plakette gereicht hat, die Wetterbeobachtung zu verbessern.

Plaketten für besonders gute Wetterbeobachtungen gab es im Jahr 2009 für die Fregatten BRANDENBURG, KARLSRUHE und RHEINLAND-PFALZ, den Einsatzgruppenversorger FRANKFURT AM MAIN, die Tender ELBE und WERRA, das Minenjagdboot FULDA, das Unterseeboot U 16, das Flottendienstboot OSTE, die Taucherschulboote BALTRUM und JUIST und das Forschungsschiff PLANET.

Quelle: PIZ Marine, www.marine.de, Ole Schädel (GeoInfoD).

Deutscher Einsatzverband Boote UNIFIL unter neuem Kommando

Limassol - Am 20. Januar übergab Fregattenkapitän Stephan Haisch, CTG 500.03 und Kommandeur des 10. Deutschen Einsatzkontingentes UNIFIL das Kommando über den Einsatzverband Boote UNIFIL von Korvettenkapitän Marc Gieseler an Korvettenkapitän Thomas Klinke.

Die Übergabe fand auf dem Flugdeck des Tenders MOSEL in Limassol statt. Mit dabei waren die Besatzungen des Hohlstablenkbootes PEGNITZ sowie des Minenjagdbootes LABOE.

Korvettenkapitän Gieseler führte den Verband seit dem 25. Oktober 2009. Mit Freude blickte Gieseler auf die fordernde und erfahrungsreiche Zeit zurück. Insbesondere die Motivation und die Professionalität der Besatzungen, die auch während der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage ihren Überwachungsauftrag vor der Küste des Libanons ausübten, lobte Gieseler.

Er unterstrich zudem den wertvollen Beitrag des Verbandes, die libanesische Marine auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen.Darüber hinaus würdigte Gieseler die Soldaten der Besatzungen LABOE und MOSEL für ihre Hilfeleistung während des Seenotfalles des Frachters DANNY F II am 18. Dezember 2009. Dabei konnten durch die deutschen Einheiten 26 Überlebende gerettet werden.

Der 39jährige Korvettenkapitän Klinke, der zum zweiten Mal dem Stab des Einsatzverbandes Boote angehört, unterstrich in seiner Ansprache, dass er sich auf die kommenden Monate der gemeinsamen Arbeit freue.

„Sie alle haben in den letzten Wochen Ihres Einsatzes im Rahmen der Maritime Task Force UNIFIL Großes geleistet. Von der professionellen Arbeit und der erfolgreichen Auftragserfüllung konnte ich mich schon eingehend überzeugen“, betonte Klinke bei seiner Antrittsrede.

Neben seiner Verantwortung als Kommandeur des Einsatzverbandes Boote, ist Klinke zeitgleich auch Chef des Stabes des Deutschen Einsatzkontingentes UNIFIL.


Quelle: PIZ Marine, www.marine.de

Ein Dorf auf See, Teil 2

Soldatinnen im Truppendienst sind inzwischen fester und integrierter Bestandteil der Besatzungen der Schiffe und Boote der Marine. Das ist auch so an Bord der Schleswig-Holstein. Bwtv hat zwei Soldatinnen auf der Fregatte bei ihrem täglichen Dienst begleitet.

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Quelle: www.bundeswehr.de

Novosail Schönberg - die etwas andere Reinigung von Segeln

Schönberg – Weiße Segel sind für den Rostocker Kapitän Ingo Lingrön die Visitenkarte schicker Yachten schlechthin. Mit dem weltweit patentierten Reinigungs- und Veredelungsverfahren „Novosail“ geht das gleichnamige Unternehmen aus Schönberg auf die am Sonnabend beginnende internationale Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf (23. bis 31. Januar).

Bei dem 2005 auf der Mittelmeerinsel Mallorca gegründeten und 2008 in den Nordosten Deutschlands expandierten Betrieb werden Segel, Persenningen und Schutzkleidung gereinigt und zugleich mit neuer Imprägnierung veredelt, wie Betriebschef Lingrön erklärt.

Erfinder der in Europa, den USA, Australien und Neuseeland patentrechtlich geschützten „Segelflachtuch-Gegenstrom-Reinigungs- und Veredelungsanlage“ ist der deutsche Textilchemiker Hannes Fehring. Der leidenschaftliche Skipper ließ 2004 einen Prototypen seiner Riesen-Waschmaschine für Großsegel mit bis zu 20 Metern Breite bauen und gründete das Unternehmen Novosail auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Er hatte genug vom schlechten Zustand sowie der unprofessionellen Behandlung wertvollen Hightech-Segeltuchs mit groben Bürsten, starken Hochdruckreinigern oder aggressiver Chemie, wie Geschäftsführer Klaus Schuback berichtet.

Das Unternehmen, das Ende 2007 von einem Schweizer Investor gekauft wurde, errichtete 2008 in Southampton (Großbritannien) und in Schönberg zwei baugleiche Segelwäschereien für jeweils mehr als eine Million Euro Investitionen. Allein in Schönberg wurden 2009 fast 12 000 Quadratmeter Segeltuch sowie mehr als zwei Tonnen Schutzplanen – Persenningen – fasertief gereinigt und sofort wieder gegen Nässe und Schmutz imprägniert, so Betriebsleiter Lingrön, der nach 18 Jahren Seefahrt in Schönberg vor Anker gegangen war.

Einweichen, Vor- und Hauptwäsche, Spülen, Fleckenschutz, Imprägnieren, thermisches Fixieren und Trocknen laufen auf der Flachbettmaschine nacheinander ab. Neu seit Herbst 2009 ist die Technologie des Imprägnierens. Wurde das gute Tuch bislang nur oberflächlich mit Wachs überzogen, so veredelt Novosail jetzt Segel verschiedenster Materialien in einem Tauchbad. Dabei wird jede Faser, ob Leinen oder Kunststoff, mit speziellen Harzen ummantelt. Das Gewebe erhalte einen recht dauerhaften Schutz etwa gegen Salzwasser und Stockflecken, es bleibe atmungsaktiv und beim Aufrollen geschmeidig, Sonne auf dem Segel schade nicht mehr, sondern verbessere wie eine dauernde thermische Behandlung noch die harzige Schutzschicht, erklärt Lingrön. Das sei pure Lebensverlängerung für hart gebeuteltes Segeltuch, so der Fachmann. Kunden hat Novosail quasi auf allen Weltmeeren und Binnenseen. Nach Schönberg an der Ostseeautobahn A 20 schicken Skipper und Tourensegler aus der ganzen Bundesrepublik, aus Österreich und der Schweiz vor allem über Winter ihr teures Tuch zum Waschen und Aufpolieren. Sechs Mitarbeiter sind damit beschäftigt. Aufgrund der Umweltverschmutzung müssten Segel heute öfter gesäubert werden, hat Lingrön beobachtet. Zudem brauche modernes Tuch zeitgemäße Reinigungs- und Veredlungsverfahren. „So ein gutes Segel von 20 oder mehr Quadratmetern kann ich nicht einfach zu Hause in der Badewanne schrubben.“

Auf der weltgrößten Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf werden 1550 Aussteller aus über 50 Ländern, darunter 39 Firmen aus Mecklenburg-Vorpommern, vertreten sein. Die Branche beklagt laut Bundesverband Wassersportwirtschaft gut zehn Prozent Umsatzverlust für 2009, sieht sich aber ab 2010 vor allem in den Bereichen Service und Reparatur wieder im Aufwind.

Mehr Informationen
www.novosail.com

Quelle: Lübecker Nachrichten, www.ln-online.de, Von Grit Büttner (dpa)

Bedeutende Personen der Kaiserlichen Marine: Großadmiral Alfred von Tirpitz

Alfred Tirpitz wurde am 19. März 1849 in Küstrin, Brandenburg, geboren und wuchs in Frankfurt/Oder in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Am 24.04.1865 trat er als Kadett in die Königlich Preußische Armee ein.

Aufgrund der Auslandsaufenthalte während der Ausbildungsfahrten erkannte Tirpitz schon früh die See als entscheidendes Mittel für Machtausbreitung und Machtausübung.

Im Anschluss an den erfolgreichen Besuch der Marineakademie von Oktober 1874 bis Mai 1876, wurde Tirpitz am 01.01.1877 als Referent zum Torpedoversuchs- und Prüfungswesen versetzt, wo er sich ausschließlich der Weiterentwicklung von damals verwendeten Fischtorpedos und der Konstruktion von Torpedobooten widmete. Aufgrund des hartnäckigen Einsatzes und der erfolgreichen Demonstration der Torpedos vor Kaiser Wilhelm II., erhielt Tirpitz am 17.09.1881 eine vorzugsweise Beförderung zum Korvettenkapitän und nach Bildung einer eigenen Inspektion des Torpedowesens, den Dienstposten des Inspekteurs.

Um den Anschluss an Großkampfschiffe nicht zu verlieren, hatte Tirpitz in den Jahren 1889 und 1890 Verwendungen als Kommandant inne. Als Chef des Stabes im Oberkommando der Marine, wozu Kapitän zur See Tirpitz am 21.01.1892 ernannt worden war, mit dem Auftrag, neue Taktiken für die Hochseeflotte zu entwickeln, führte er sogenannte "Herbstmanöver", die eine fast ganzjährige Indienststellung gewährleisten sollten, und neue Ausbildungsrichtlinien ein.

Im Anschluss an die Beförderung zum Konteradmiral am 13.05.1895 wird Tirpitz im Jahre 1896 Chef der ostasiatischen Kreuzerdivision in Asien, wo er mit der Auswahl eines Militär- und Handelsstützpunktes betraut war. Die Wahl fiel auf Tsingtau. Am 15. Juni 1897 wurde Tirpitz zum Staatssekretär des Marineamtes ernannt und entwarf Flottengesetze, um den Aufbau einer umfangreichen Flotte voranzutreiben. Das erste Gesetz beinhaltete das Hinzufügen von neuen Schiffen zu den bereits vorhandenen Schiffen, um so weiterhin niedrige Steuern gewährleisten zu können. Das zweite Gesetz verdeutlichte den Defensivcharakter der Gesetze in Form der Abschreckung. So sollte die deutsche Flotte lediglich eine solche Größe haben, dass ein bewaffneter Konflikt für England mit der deutschen Flotte ein zu großes Risiko darstellte.Im Jahre 1898 wurde Tirpitz zum Staatsminister ernannt und am 27.01.1911 zum Großadmiral befördert.

Durch wachsende Konflikte mit dem Kaiser während des Krieges, von Tirpitz erhielt nicht die Gesamtverantwortung über die Seekriegsführung, sondern musste jedes Auslaufen der Flotte vor dem Kaiser rechtfertigen und konnte auch nicht den geplanten uneingeschränkten Ubootkrieg im Frühjahr 1916 durchsetzen, da der Reichskanzler Bethmann und der Kaiser den Kriegseintritt der USA befürchteten, trat er am 12. März 1916 vom militärischen Dienst und am 15. März 1916 von seinen Staatsämtern zurück.

Nach Tätigkeiten in der Politik, von Tirpitz war 1. Vorsitzender der neugegründeten Volkspartei, die am 01.02.1919 jedoch schon wieder aufgelöst wurde, und von 1924 bis 1928 Mitglied des Reichstages als Vertreter der "Deutschnationalen Volkspartei", starb er am 06.03.1930 im Alter von 81 Jahren in Ebenhausen bei München. Aus seiner am 18.11.1884 geschlossenen Ehe mit der Tochter eines Politikers und Rechtsanwalts gingen zwei Söhne und zwei Töchter hervor.

Quelle: www.marine.de

Mehr Informationen
wikipedia.de

Präsidentin des Zentralrats der Juden besuchte die Marineschule

Flensburg - Anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar hielt die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Charlotte Knobloch, am Donnerstag, den 21. Januar, eine Vortragsveranstaltung an die Marineschule Mürwik (MSM). Sie sprach in der historischen Aula zum Thema "Erinnerung und demokratische Verantwortung".

Bereits im Jahre 1999 erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum "Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus". So führte die MSM bereits in den vergangenen Jahren stets zeitnah zum eigentlichen Gedenktag eine Gedenkveranstaltung für den Offiziernachwuchs und das Stammpersonal durch.

Die 'Alma Mater' für die Ausbildung aller Marineoffiziere komme als Ortswahl für eine derartige Veranstaltung nicht von ungefähr, so der Kommandeur, Flottillenadmiral Jürgen Mannhardt: "Die MSM fühlt sich gerade in der Ausbildung des Führungsnachwuchses berufen, das Gedenken an die Opfer des Holocaust zu erhalten und würdig zu begehen - auch, um unseren staatsbürgerlichen und moralischen Verpflichtungen nachzukommen und aus der Geschichte für die Gegenwart und Zukunft zu lernen."

Quelle: PIZ Marine

Ehemalige LÜNEBURG auf dem Weg nach Haiti

Die Kolumbianische Marine sendet die ARC CARTAGENA DE INDIAS nach Haiti.
Das Versorgungsschiff war bis zum Jahre 1994 in der Deutschen Marine beheimatet als A1411 LÜNEBURG.

Aktuell werden u.a. mit ihr Hilfsgüter, gesammelt durch das Rote Kreuz, nach Haiti geschafft.

Wir danken für den Hinweis von einem unserer Leser!
BRAVO-ZULU an Volker!

Quelle: http://www.armada.mil.co/?idcategoria=737763

Donnerstag, 21. Januar 2010

Volkswagen Marine auf der „boot 2010“

Neuheiten und neue gewonnene Kunden
Volkswagen Marine präsentiert sich mit seiner umfangreichen Motorenpalette und einem großen Zubehörprogramm auf der „boot 2010 Düsseldorf“ (23. bis 31. Januar 2010) in Halle 10, Stand G21.

Trotz weltweit schwerster Rahmenbedingungen für die gesamte Bootsindustrie konnte Volkswagen Marine im vergangenen Jahr das Angebot erweitern und Partnerschaften mit führenden Werften eingehen.

Das Motorenprogramm reicht jetzt von 29 kW (40 PS) bis 258 kW (350 PS), und basiert auf vier Motorenfamilien mit Vier-, Fünf-, Sechs- und Achtzylinder-Aggregaten. Insbesondere in den Aspekten Umweltschonung, Laufruhe, und Skipperfreundlichkeit setzen diese Motoren neue Maßstäbe.

Darüber hinaus erschließen diese Aggregate neue Möglichkeiten für Dieselmotoren an Bord schneller Motorboote, da sie neben besonders günstigem Leistungsgewicht über variable Turbolader und dementsprechend überlegene Drehmomentcharakteristik verfügen.

Das Topmodell, der 4.2 Liter Bi-Turbo V8 "TDI 350-8" hat ein Trockengewicht von nur 368 kg. In Verbindung mit seiner aussergewöhlichen Leistungscharakteristik macht er herkömmliche, großvolumige Benzinmotoren überflüssig und ermöglicht höchste Leistung bei bester Energieausnutzung.

Zugleich installieren führende Hersteller großer Hochsee-Segelyachten wie Oyster, Bénéteau, Jeanneau und Nautor speziell adaptierte Volkswagen Marine Motoren für den Hochseebetrieb in Yachten, auf denen ausschließlich Spitzentechnologie zum Einsatz kommt.

Auf der „boot 2010" zu sehen sind etwa die neuen Luxus-Segler Oyster 575 (Halle 16, C58), Jeanneau 57 (Halle 16, B02), und Oceanis 58 (Halle 16, B42). Diese neuen Yachten erhalten als Motorisierung ausnahmslos den TDI 140-5 „Blue Water" mit integrierter 24V Stromversorgung.

Ein vollkommen anderer, und bislang einzigartiger Bootstyp auf Volkswagen Marine Basis hat sich seit der „boot 2009" vom Konzeptstadium zum erfolgreichen Serienboot entwickelt. Der Hybrid-Motorkreuzer mit Superdisplacement-Rumpf "Greenline 33" kehrt nun in seiner endgültigen Version nach Düsseldorf zurück. Für ihn beginnt die Messe bereits mit einem vollen Auftragsbuch. Die Greenline 33 ist, exklusiv mit Volkswagenmotoren von wahlweise 55 kW (75 PS) oder 121 kW (165 PS) bestückt, in Halle 4, Stand A39 zu sehen.

Quelle: Volkswagen Wolfsburg - Veröffentlicht von pressrelations
Zur Pressemitteilung

GRÖMITZ nimmt an Minenabwehrverband teil

Kiel - Das Minenjagdboot GRÖMITZ lief am Mittwoch, dem 20. Januar ins Mittelmeer aus. Das zum 5. Minensuchgeschwader in Kiel gehörende Boot nimmt für knapp sechs Monate an dem ständigen NATO-Minenabwehr-Verband SNMCMG 2 (Standing NATO Mine Counter Measure Group 2) teil.

Unter dem Kommando von Kapitänleutnant Sebastian Kruszona (33) wird die GRÖMITZ mit ihren 41 Besatzungsmitgliedern rund 15.000 Seemeilen – das sind circa 28.000 Kilometer - zurücklegen. Von Kiel aus werden die Häfen von Cherbourg (Frankreich), London (England), Lissabon und Porto (Portugal) und Casablanca (Marokko) sowie die Mittelmeerhäfen Toulon und Sète (Frankreich), Algier (Algerien), Tarent (Italien), Barcelona und Palma de Mallorca (Spanien) und Souda Bay auf Kreta (Griechenland) angelaufen. Eventuell wird auch noch ein Abstecher ins Schwarze Meer hinzukommen.

Verabschiedet wurde die vor ihrem Boot angetretene Besatzung vom Geschwaderkommandeur, Fregattenkapitän Christian Bock (40), mit den Worten: "Ich wünsche der Besatzung der GRÖMITZ alles Gute und die nötige "Fortune", die man für solch einen Einsatz braucht.“ Ferner wünschte er der Besatzung und ihren Angehörigen, dass sie sich alle an gleicher Stelle im Juli wieder wohlbehalten in die Arme schließen können. Die Besatzung der GRÖMITZ mussten leider auf die Klänge des Marinemusikkorps Ostsee verzichten, da die Funktion der Instrumente bei den schlechten Witterungsbedingungen nicht gewährleistet werden konnte.

Erster großer Einsatz
Für die Besatzung des Minenjagdbootes ist es ein besonderes Ereignis. "Es ist der erste große Einsatz für die GRÖMITZ seit zwei Jahren", so der Erste Wachoffizier, Kapitänleutnant Christian Schormann (28) - und weiter: "Wir freuen uns auf die Herausforderung und auf das Arbeiten im internationalen Verband." Nach einer schweren Havarie in 2007 in norwegischen Gewässern musste das Boot durch die anschließende Instandsetzungsphase für längere Zeit aus dem Fahrprogramm der Flotte herausgenommen werden.

Dem Einsatz vorausgegangen waren Monate langer anspruchsvoller Ausbildung, in deren Verlauf sich die Besatzung auf die lange Seefahrt gründlich vorbereitet hat. Hierbei wurden besonders die Leck- und Brandabwehr, aber auch die Hauptaufgabe die Minenbekämpfung wiederholt geübt.

Standing NATO Groups
Die Standing NATO Groups sind die ständigen multinationalen maritimen Reaktionsverbände, welche sicherstellen, dass die NATO schnell und flexibel operieren kann. Insgesamt unterhält die NATO vier dieser Marineverbände. Die SNMCMG 2 steht zurzeit unter italienischem Kommando. Verbandsführer ist Kapitän zur See Patrizio Rapalino an Bord seines Flaggschiffes IST GRANATIERE. Insgesamt besteht der Verband aus sechs Minenabwehreinheiten aus Italien (2), Spanien, Griechenland, der Türkei sowie Deutschland. Um ihre Einsatzbereitschaft und Operationsfähigkeit zu erhalten, nehmen die Flottenverbände jährlich an verschiedenen nationalen und internationalen Übungen teil.

Die Verbände besuchen regelmäßig verschiedene Häfen. Dabei laufen sie auch Häfen von nicht NATO-Mitgliedsstaaten an, um sich als Symbol der maritimen Solidarität zu präsentieren. Zu den Aufgaben der Verbände gehören seit der veränderten sicherheitspolitischen Lage weltweit auch Embargooperationen, "Search and Rescue" (Suche und Rettung)-Operationen, humanitäre Hilfseinsätze, Katastrophen- und Anti-Terroreinsätze.

Quelle: PIZ Marine, www.marine.de

Fabelkatzen zur See - Gespräch mit Gerald Sammet

Sie klingen wie das reinste Seemannsgarn und doch sind sie wahr - die Geschichten von sagenhaften Bordkatzen, die buchstäblich über die ihnen nachgesagten neun Leben verfügten. In den Rang eines australischen Nationalmythos ist die Geschichte von "Trim" gerückt, der Lieblingskatze des britischen Forschungsreisenden Matthew Flinders (1774-1814).

PODCAST - www.deutscher-marinebund.de

Quelle: nordwest radio, ARD
www.mediathek.ard.de

Schwimmendes Krankenhaus in Haiti angekommen

PORT-AU-PRINCE - Ein schwimmendes Krankenhaus der US-Marine hat die Küste von Haiti erreicht und sofort mit der Behandlung von Erdbebenopfern begonnen. Der erste Patient war ein kleiner Junge, der schwere Verbrennungen erlitten hatte. Das sagte der Chef des Operationsteams der "Comfort" gegenüber dem Sender CNN.

Der Junge sowie ein 20-Jähriger mit gebrochener Wirbelsäule und blutenden Wunden am Kopf wurden zum Lazarettschiff gebracht, noch bevor es eigentlich einsatzbereit war. Das US-Schiff bietet Platz für 1000 Patienten, in sechs OP-Sälen wird operiert.

Nach Angaben der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" haben bei dem Erdbeben vor acht Tagen rund 500'000 Menschen mehr oder weniger schwere Verletzungen davongetragen. Experten befürchten, dass viele von ihnen an Infektionen sterben, weil ausreichend medizinische Hilfe fehlt.

Ein weiteres starkes Nachbeben erschütterte am frühen Morgen die Karibikinsel erneut. Der Erdstoss liess in der verwüsteten Hauptstadt Port-au-Prince Häuser schwanken und bereits beschädigte Gebäude einstürzen.

Das Epizentrum des Bebens der Stärke 6,1 auf der Richter-Skala lag in knapp zehn Kilometern Tiefe rund 60 Kilometer südwestlich von Port-au-Prince. Verängstigte Menschen seien aus ihren Häusern auf die Strasse gerannt, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur dpa. Informationen über weitere Opfer liegen bis anhin nicht vor.

Das Nachbeben dürfte aber die Arbeit der 52 im Einsatz stehenden Rettungsteams, die auch acht Tage Woche nach der Katastrophe in den Trümmern nach Verschütteten suchen, weiter erschweren. Nach Angaben der UNO konnten bisher 121 Menschen lebend geborgen werden.

Auch die Versorgung der hunderttausenden Überlebenden kommt langsam in die Gänge. Möglich ist dies nicht zuletzt dank der verbesserten Sicherheitssituation in Port-au-Prince.

Zur Beruhigung der Lage beigetragen haben dürften die von der Bevölkerung begeistert empfangenen US-Soldaten, die auf Bitten der Regierung Haitis für die Sicherheit im zerstörten Land sorgen sollen.

Zur Verbesserung der Versorgungslage will das Welternährungsprogramm (WFP) nun fünf "humanitäre Korridore" einrichten, um auf dem Luft-, Land- und Seeweg Nahrungsmittel nach Haiti zu bringen. Binnen einer Woche sollen die Lebensmittel eine Million Menschen erreichen.


Quelle: Volksblatt die Tageszeitung für Lichtenstein, www.volksblatt.li

Foto: http://de.wikipedia.org/wiki/Lazarett